27.06.2018 16:22
Quelle: schweizerbauer.ch - Adrian Haldimann
Roboter
«Ein geschichtsträchtiger Tag»
DeLaval lüftete am Dienstag in ganz Europa das Geheimnis ihrer neuen Produktinnovationen. Der «Schweizer Bauer» wurde in die Region Nürnberg (D) eingeladen, um «ein neues Stück DeLaval-Geschichte» auf dem Pilotbetrieb anzuschauen. -> Mit Video

«Automatische Melksysteme (AMS) haben hohe Wachstumsraten zu verzeichnen», bestätigte Markus Käck von DeLaval an der Pressekonferenz am Brombachsee nahe Nürnberg (D). Roboter seien bei der Arbeitserledigung verlässlicher als Menschen. Inzwischen würden weltweit sechs Prozent der Milchkühe mit AMS gemolken.

Nun rüstet DeLaval auf und will sich damit fit für die Zukunft machen. Gleich mehrere Neuheiten wurden vorgestellt, die ab sofort in der Schweiz verfügbar sind:

- der neue Melkroboter DeLaval VMS V300

- der neue Futterschiebe-Roboter DeLaval OptiDuo

- das neue Herdenmanagement-App DeLaval DelPro Companion

Weltneuheit: Tupfgenaues Dippen

Andreas Beck von DeLaval sprach von einer mehrjährigen Entwicklungsarbeit. Nun betrete das bannbrechende neue Melksystem den Markt, sagte er und erklärte: «Wir arbeiten nicht mehr mit Laser, sondern mit Sensoren.» Das ermögliche höchste Präzision, denn die Zitzenkoordination wird jedesmal neu erkannt. Der Laser sei wegen der Euterbehaarung anfällig gewesen.

Das tupfgenaue Dippen sei eine Weltneuheit. Weitere Vorteile seien ein bis zu 50 Prozent schnelleres Ansetzen der Melkbecher und eine 99,8 erfolgreiche Ansetzrate. Urs Schmid, Produktleiter bei DeLaval in Sursee LU, versicherte, dass auch eine enge Zitzenverteilung hinten kein Problem für den neuen Melkroboter sei.

Auflockern statt Anpressen

Nach einem intensiven Dauertest von über 1500 Stunden kommt nun auch der neue Futterschiebe-Roboter DeLaval OptiDuo auf den Markt. Dieser ist mit einer Schnecke mit Doppelwende ausgestattet. Dierk Mohr erklärte: «Wir schieben und mischen und verdichten nicht.» Zusätzlich kann der Roboter Lockfutter beimischen. Auf dem Betrieb vor Ort bestätigte sich die sehr hohe Futtertischhygiene.

Mohr versicherte, dass der Futterschieber kein Problem habe, grosse Futtermengen anzuschieben. Das gelte auch für nasses Gras. Mit dem «neuen» Anschieben könne die Futteraufnahme um fünf bis zehn Prozent gesteigert werden, was wiederum höhere Milchleistungen bedeutet. Das Produkt kostet 20 000 Euro (ca. 24 000 Franken).

DeLaval wurde vor mehr als 135 Jahren durch den Visionär Gustaf de Laval gegründet, nachdem er sich die Milchzentrifuge patentieren liess. DeLaval beschäftigt heute 4500 Mitarbeiter und ist auf über 100 Märkten weltweit vertreten. DeLaval ist gemeinsam mit Tetra Pak und Sidel ein Teil der Tetra Laval Gruppe. DeLaval bietet Produkte, Systeme und Dienstleistungen auf allen Stufen der Milchproduktion an. Täglich werden die Lösungen und Systeme weltweit von Millionen von Milchbauern genutzt.

«Es geht wesentlich schneller»

Der neue Melkroboter DeLaval VMS V300 und der neue Futterschiebe-Roboter DeLaval OptiDuo sind seit einem halben Jahr weltweit auf sieben Betrieben im Einsatz. Die Innovationen wurden in Schweden auf der DeLaval Hamra-Farm mit 250 Milchkühen (Herdenschnitt 12'600 kg Milch), die neben der DeLaval-Produktionsstätte beheimatet ist, und eben auf den Pilotbetrieben getestet.


Der besuchte Pilotbetrieb wird von Alfred Pirling in Gunzenhausen (D) geführt, der 210 Milchkühe der Rasse Deutsches Fleckvieh hält, 150 Hektaren Land bewirtschaftet und jährlich 1,8 Mio. Liter Milch bei einem aktuellen Milchpreis von 33 Cent (38 Rp.) mit vier Robotern produziert. Er bezeichnete die neue Technik als Highlight und sagte weiter: «Das Ansetzen der Melkbecher geht wesentlich schneller als beim vorangehenden Melkroboter.» Er sieht auch einen Vorteil beim Dippen, das sehr präzise an der Zitzenkuppe gemacht werde. Der neue Melkroboter DeLaval VMS V300 kostet installiert zwischen 185'000 und 195'000 Franken.

Mehr lesen Sie im "Schweizer Bauer" vom Samstag, 30. Juni

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE