Samstag, 15. Mai 2021
12.08.2019 18:40
Innovation

Einmal Solarstrom zum Mitnehmen

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Von: Daniel Hasler

Strom von der Sonne auf der Alp, aus nur einem Fahrzeug: Das bietet der Fotovoltaik-Anhänger von Clevertrailer.

Ein Problem, das viele Alpen haben, hat Thomas Stöckli aus der Reserve gelockt: Auch sein Telefon im Alprestaurant auf der Alp Oschoubi im Gantrischgebiet im Kanton Bern wurde auf digital umgestellt, und mehr als ein 12-Volt-Netz war niemals installiert worden.

Kosten sparen

Doch für die erfolgreiche Bewirtung von Gästen auch mit grösseren Events ist eine sichere Leitung ins Tal wichtig. Um in der Küche oder im Stall etwas in Gang zu bringen, musste ein Benzingenerator gestartet werden. «Pro Saison haben wir gut und gerne 1800 Franken für Benzin nur für den Strom ausgegeben», erklärt Stöckli. Und da ist er nicht alleine.

Auch andere Alpbesitzer sind das Problem angegangen: Die Lösung: Strom aus erneuerbaren Quellen. Diese Lösung ist zwar nicht neu, aber zusammen mit seinem Cousin, Hans Grünig, der auf den Bau von Anhängern spezialisiert ist mit seiner Firma «Clevertrailer», erarbeiteten sie eine Lösung, die sich von den anderen Ideen unterscheidet. Bei ihm ist alles im selben Wagen eingebaut. Doch erst der Reihe nach.

Auf denselben Rädern

Die Basis des Anhängers auf der «Oschoubi» ist ein handelsüblicher Kofferanhänger mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Grünig hat die Konstruktion innen mit einem einfachen Rahmen für die Einbauteile und für die Stabilität für den Strassentransport verstärkt. Im Innern des Anhängers sind die Wechselrichter und die Steuerung montiert. Daneben finden je nach Kundenwunsch auch Batterien Platz, in diesem Fall eine 12-kWh-Lithium-Eisenphosphatbatterie. 

Aussen, bzw. oben auf dem Anhänger, sind Solarmodule aufgebaut. Links und rechts des Aufbaus sogar «doppelseitige» Module. So kann der Anhänger von Ost nach West ausgerichtet werden. Das sorgt zusammen mit aufgestellten doppelseitigen Modulen für eine sehr konstante Stromproduktion über den Tag verteilt, bereits früh am Tag und bis spät abends Strom. Ein weiterer Clou: Durch die Reflektionen der weissen Aussenwand wird ein Mehrertrag von bis zu 25% generiert. Eine Bachelorarbeit hat das Projekt begleitet und wird von Energie Schweiz unterstützt.

Vielseitige Anwendung

Die Stromproduktion auf der Alp macht den Anhänger noch nicht einzigartig. Speziell ist, dass mit der eingebauten Batterie bereits bei der Fahrt Strom produziert und gespeichert wird. Zudem können im Innern des Anhängers auch weiterhin Waren gelagert werden oder beim Umsetzen gleich mitgezügelt werden. Grünig könnte sich auch eine Anwendung als Kühlwagen mit eigener Stromprodukion vorstellen und auch sonst überall einen Einsatz, wo ein Stromgenerator mitgeführt wird, wie etwa bei Kommunalarbeiten mit  Möglichkeit zur Rückspeisung und Eigenverbrauchsoptimierung.

Im Sommer nutzen Stöckli und sein Team den Wagen als Stromlieferant für die Gästebewirtung und Stallbetrieb. Im Winter möchte er den Anhänger in ein Skigebiet ausmieten, wo er ebenfalls einen Dieselgenerator ersetzen könnte. Eine weitere gute Nachricht für Interessierte: Der Wagen basiert auf gängigen und preisgünstigen Bauteilen und lässt sich frei nach Kundenwunsch in Hinsicht auf Leistung und Speicherkapazität konfigurieren.

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