8.09.2017 14:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Fendt
Fendt lanciert Elektrotraktor
Der deutsche Landtechnikhersteller Fendt will im kommenden Jahr einen batteriebetriebenen Traktor auf den Markt bringen. Das Unternehmen will nebst der Landwirtschaft mit dem Schlepper auch andere Branchen ansprechen.

Leistungsfähige Batterietechnologie sei mittlerweile verfügbar und eignee sich für den Einsatz in Kompakttraktoren, teilt das zum Agco-Konzern gehörende Unternehmen mit. Zudem würden immer strengere Forderungen nach Reduzierung von Geräusch- und Abgasemissionen die Entwicklung elektrischer Systeme vorantreiben.

Der Fendt e100 Vario ist ein vollelektrischer Kompakttraktor mit 50 kW Antriebsleistung, der bis zu fünf Betriebsstunden unter realen Einsatzbedingungen arbeiten kann. Die Energiequelle ist gemäss Pressemitteilung eine 650 V Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie mit einer Kapazität von rund 100 kWh. Geladen wird entweder mit 400 V Spannung und bis zu 22 kW über eine genormte CEE Hofsteckdose oder über eine Supercharging Option mit Gleichspannung.

Der Landwirt könne die Batterie des Schleppers in 40 Minuten bis zu 80 Prozent wieder aufladen und dafür die auf seinem Hof installierte Photovoltaikanlage nutzen, sagt Peter-Josef Paffen, Vorsitzender der AGCO/Fendt-Geschäftsführung, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Mit dem Fendt e100 Vario ist der Einsatz von konventionellen als auch elektrifizierten Anbaugeräten möglich. Die Batterie kann kurzzeitige Boost-Leistung bis zu 150 kW für die Geräteantriebe freigegeben. Es gibt sowohl einen Standard Zapfwellenanschluss, als auch die übliche Hydraulikversorgung für Anbaugeräte. Aus dem Stillstand heraus steht maximales Drehmoment für Fahr- und Zapfwellenantrieb bereit.

Eine geregelte, elektrische Wärmepumpe übernimmt die Klimatisierung der Kabine, der Batterie und Elektronik. Mittels Smartphone kann das Energiemanagement inklusive der Batterieinformationen des Traktors überwacht werden. Gemäss Fendt lassen sich mit dem Traktor Betriebskosten sparen. So verringern sich Wartungszeiten und -kosten, da Filter und Öle sowie viele Komponenten der konventionellen Technik nicht mehr benötigt werden. Betriebsstoffe, wie Motoröl, AdBlue oder Diesel entfallen.

Im kommenden Jahr wird der Fendt e100 Vario in einer begrenzten Stückzahl erstmals auf ausgewählten Betrieben und in Kommunen eingesetzt. Die leise und emissionsfreie Arbeitsweise ermögliche eine Anwendung im innerstädtischen Bereich und in Wohngebieten, schreibt das Unternehmen. Fendt geht aber dennoch davon aus, dass Dieselmotoren noch für Jahrzehnte in der Branche unverzichtbar bleiben.

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