13.11.2014 11:39
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Flugdrachen als Energieerzeuger
Sie gleichen gewöhnlichen Lenkdrachen, sollen jedoch Energie aus Höhenwinden gewinnen: Immer mehr Wissenschaftler tüfteln an Flugwindkraftwerken. Die Herausforderung dabei ist der Autopilot, der den Drachen ausrichtet. Forscher der ETH Lausanne (EPFL) haben nun ein Steuersystem entwickelt.

Die Winde in 1000 Meter Höhe sind viel stärker und konstanter als in Bodennähe, sie können bis zu 300 Kilometer pro Stunde erreichen. Um diese potenzielle Energiequelle zu nutzen, arbeiten etliche Forscher und Start-up-Firmen an Flugdrachen - so auch die ETH Lausanne, wie die Hochschule in einer Mitteilung schreibt.

Spart Kosten

Dabei leistet das Segel dem Wind Widerstand, wobei ein Zug an der Drachenleine entsteht. Diese Kraft kann zum Antreiben eines Generators in der Luft oder am Boden genutzt werden. Drachenkraftwerke machten ökologisch, energetisch und ökonomisch Sinn, schrieb die EPFL.

Der Verzicht auf hohe Masten spare beträchtliche Infrastrukturkosten. «Die Flugroute des Drachen muss jedoch fortlaufend und sehr präzise korrigiert werden, sonst fällt er rasch zur Erde», erklärte der EPFL-Doktorand Sean Costello, der das Steuersystem entwickelt hat, in der Mitteilung.

Eine Acht in der Luft

Costello hat tagelang mit Drachen und Instrumenten am Neuenburgersee und im Wallis experimentiert. So hat er die besten Rechenmodelle herausgefunden, die den Autopiloten steuern können. Die Resultate sind bisher noch unveröffentlicht.

«Unser Autopilot kann in jeder Situation die effizienteste Route für den Drachen finden, mit der er am meisten Zug auf die Leine bringt», sagte Costello. In der Regel beschreibe der Drachen dabei eine Acht in der Luft.

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