22.09.2015 15:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Heinz Röhtlisberger
Japan
Hightech-Drohnen besprühen Japans Reisfelder
In Japan werden Drohnen bereits seit den 90er-Jahren in Reisfeldern eingesetzt. Marktführer dort ist Yamaha mit der RMax.

In Japan werden Drohnen schon seit Jahren in der Landwirtschaft eingesetzt. 1991 wurden 33000 Hektaren Reisfelder von diesen unbemannten Flugzeugen besprüht. Inzwischen sind es mehr als 970'000 ha. Ein Grund dafür liegt in der geringen Grösse der Reisfelder, die oft weniger als 2 Hektaren gross sind und die mit Drohnen schneller und exakter besprüht werden können.

Im Jahr 2013 waren in Japan nahezu 3000 Drohnen unterschiedlicher Hersteller im Einsatz. Den grössten Anteil daran hat mit über 2200 Stück Yamaha mit seiner Hightech-Drohne RMax.

Zulassung in den USA

Mit dieser helikopterartigen Drohne will Yamaha nun weitere Märkte erobern. In diesem Sommer hat der Konzern als erstes Unternehmen in den USA die Erlaubnis bekommen, eine Drohne zum Versprühen von Pestiziden zu betreiben. Jetzt will Yamaha die Drohne auch nach Europa exportieren. Auch in Europa muss Yamaha zuerst für Freigaben durch die Behörden sorgen. Infrage käme vor allem der Einsatz in Weinbergen zum Versprühen von Pflanzenschutzmitteln.

Yamahas Know-how für die Drohnen-Technologie stammt aus den Achtzigerjahren. Damals begann der Konzern auf Wunsch der japanischen Regierung mit der Entwicklung von unbemannten Flugobjekten. Das jüngste Ergebnis von drei Jahrzehnten Entwicklung ist der RMax. Mit einer Länge von 2,7 Metern, einer Höhe von 1,1 Metern und einem Gewicht von 64 Kilogramm ist die Maschine vergleichsweise schwer.

Doch die Yamaha-Drohne, die besonders niedrig fliegt und damit eine sehr hohe Präzision erzielt, trägt eben nicht einfach nur eine Kamera, sondern kann in zwei 8-Kilo-Tanks auch Pflanzenschutzmittel mitführen. Die Nutzlast beträgt somit 16 Kilo. Die RMax, die von einem 2-Takt-Kolbenmotor angetrieben wird, kann manuell, in der Art wie ein normales Flugzeugmodell, gesteuert werden. Sie kann aber auch dank ihres GPS-Geräts programmiert eingesetzt werden.

Enorm teuer

Die meisten japanischen Reisbauern setzen diese Drohne nicht selbst ein. Vielmehr sind es Profis, die solche Geräte besitzen und auch wissen, wie sie zu bedienen sind. Ein Rolle spielt auch der Preis. Denn eine der Hightech-Drohnen kostet laut japanmarkt.de 120 Millionen Yen (satte 970'000 Franken). Dennoch verkauft Yamaha davon in Japan mehrere Hundert Stück jährlich. Bisher setzt Yamaha mit Drohnen nur rund 5 Mrd. Yen (40 Mrd. Franken) jährlich um. Deshalb will der Hersteller nun auch international ins Geschäft einsteigen.

Bei industriellen Drohnen wie dem RMax ist die Eintrittsbarriere für den Markt aber höher. Die US-Flugaufsicht hatte im Februar ihre Regeln für  Betrieb und Einsatz von Drohnen veröffentlicht. So müssen die Maschinen in Sichtweise ihres Betreibers bleiben, dürfen aber parallel zu anderen Flugzeugen fliegen. Die Regeln sind noch nicht offiziell verabschiedet, aber die Zulassung der Yamaha-Drohne in den USA deutet eine hohe Marktreife des Fluggeräts an.

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