12.12.2013 12:32
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Landtechnik
Landtechnik: Neuer Gesamtarbeitsvertrag
Ab Januar 2014 tritt für Mitarbeiter das neue Vertragswerk in Kraft. Die Schweizerische Metall-Union (SMU) und die Gewerkschaften Unia und Syna konnten sich auf neue Bedingungen einigen. Die Arbeitszeit in der Landtechnik wird leicht erhöht, dafür steigen die Mindestlöhne.

Der seit acht Jahren gültige Gesamtarbeitsvertrag wird bald ersetzt. Dies teilt die Schweizerische Metall-Union (SMU) am Donnerstag in einem Communiqué mit. In Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften wurde das Vertragswerk so gestaltet, dass die Branchen der SMU im Wettbewerb „möglichst optimal“ Bedingungen hat.

Mehr Ferien für Junge


Für Angestellte in der Landtechnik wird die Jahresarbeitszeit um 102 auf 2'190 Stunden erhöht. Dies entspricht einer Wochenarbeitszeit von 42 Stunden. Damit soll den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen Rechnung getragen werden. Der SMU verweist auf den starken Strukturwandel in der Landwirtschaft, der sich auch auf die Landtechnik-Branche auswirkt.

Die Mitarbeiter profitieren aber von höheren Mindestlöhnen zwischen 4'100 und 5000 Franken pro Monat. Jüngere Mitarbeiter und frischgebackene Väter sollen ab Januar 2014 mehr Ferien respektive Freizeit ermöglicht bekommen. Für vorzeitige Pensionierungsmodelle werden individuelle Lösungen angeboten, und die Weiterbildung soll intensiv gefördert werden, hebt der SMU im Communiqué hevor. Zudem können in Unternehmen mit einer Arbeitnehmervertretung die Löhne neu auf Betriebsebene aushandelt werden.

Krisenartikel eingeführt

Bei wirtschaftlichen Ausnahmefällen greift künftig ein sogenannter „Krisenartikel“. Dem Unternehmen wird es gestattet, vom GAV abzuweichen. So soll dem Verlust von Arbeitsplätzen frühzeitig begegnet werden können. Das gilt aber nur, falls das Unternehmen unverschuldet in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät.

Der designierte Direktor der SMU, Christoph Andenmatten, gibt sich erleichtert, dass der neue Gesamtarbeitsvertrag (GAV) in den Branchen Metallbau, Landtechnik und Hufschmiede positiv Signale auslöst. «Das grösste Problem der Branche ist der Fachkräftemangel – der fehlende quailifizierte Nachwuchs. Unter Beachtung dieser Problemetik ist es den Sozialpartnern gelungen, mit bescheidenen zusätzlichen Lohnkosten die Arbeitsbedingungen und damit die Attraktivität der Branchen deutlich zu verbessern“, lässt sich Andenmatten im Communiuqé zitieren.

Der neue GAV wurde im Juni 2013 von der Delegiertenversammlung der SMU deutlich angenommen. Verband und Gewerkschaften haben sich nach umfangreichen Verhandlungen auf die jetzige Version geeinigt.

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