1.10.2013 18:09
Quelle: schweizerbauer.ch - Stephan Schmidlin, Berlin (D)
Landtechnik
Mit dem iPad auf den Acker
iPhones, iPads und so weiter sind praktische Helfer im Alltag. Nun halten sie auch auf dem Acker Einzug. So präsentiert der schwedische Hersteller Väderstad eine Maschinenbedienung mit einem solchen Gerät.

«Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt doch so nah», sagt der Volksmund. Das sagte sich auch der schwedische Bodenbearbeitungsspezialist Väderstad und hat zur Agritechnica keinen neuen Monitor zur Steuerung seiner Maissämaschine Tempo konstruiert, sondern will in Zukunft diese Maschine mit einem handelsüblichen iPad steuern.

Dabei ist die Idee gar nicht so abwegig, denn in vielen Haushalten ist bereits ein solches Gerät vorhanden und dessen Bedienung ist bekannt und intuitiv. Vorerst lässt sich nur die Maissämaschine Tempo über das iPad bedienen, doch sollen bis Ende 2014 noch weitere Maschinen folgen, und für ältere Maschinen soll es einen Nachrüstsatz geben.

Verbindung über WiFi

Leider hat sich die Bedienung eines Touchscreens in der Praxis nicht bewährt, da es bei fahrendem Traktor auf dem Feld fast unmöglich ist, die gewünschte Bedienung per Fingerdruck auszuführen. Aus diesem Grund bieten die meisten  Hersteller zu ihrem touch-fähigen Monitor auch eine manuelle Bedienung über seitliche Druckknöpfe oder einen Joystick an. Das Problem hat auch Väderstad erkannt und hat darum mit einem amerikanischen Partner einen Halter für das iPad konstruiert. Über die vier Knöpfe in der Front und die sechs Knöpfe auf der Rückseite des Halters kann die ganze Maschine bedient werden.

Das iPad verbindet sich über WiFi mit der Maisdrille «Tempo». Dadurch entfällt die Verbindung über ein Kabel zwischen Maschine und Traktor. Über das iPad kann die Aussaat für Saat, Dünger und Mikrogranulat gesteuert und die Einstellung und Kalibrierung vorgenommen werden. Zudem können  die Einzelreihen (Saat, Dünger und Mikrogranulat) abgeschaltet, die Fahrgassen geschaltet und ausserdem alle Daten aufgezeichnet werden.

Auch Ersatzteile

Die Daten zur Maschinensteuerung sind auf einer Väderstad-eigenen Gateway beziehungsweise Blackbox hinterlegt. Sie liefert alle Daten an den Monitor. Das iPad ist nicht jedermanns Sache. Um auch den Anwendern mit einem isobus-fähigen Traktor gerecht zu werden, hat Väderstad seine Blackbox so ausgelegt, dass sie sowohl mit dem iPad als auch mit einer Isobus-Steuerung kompatibel ist.

Die iPad-Bedieneinheit wird durch einen virtuellen Ersatzteilshop komplettiert. Die Anwendung liefert eine einfache Identifikation von Ersatzteilen in 3-D-Ansicht, um Teile direkt aus der Traktorenkabine bestellen zu können. Der Landwirt kann das benötigte Teil leicht finden und es direkt bei seinem Händler bestellen. Doch braucht er dafür eine Internetanbindung über das GSM-Netz beziehungsweise ein 3G-fähiges iPad. Durch die automatischen Updates hat der Kunde immer aktuelle Ersatzteillisten und Bedienungsanleitungen dabei.

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