Samstag, 15. Mai 2021
15.04.2021 14:53
Landtechnik

Neuer Kombimulcher arbeitet Erntereste zügig ein

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Von: AgE

Für die Verarbeitung von Ernteresten auf dem Acker ist in einem Forschungsprojekt unter Beteiligung der Technischen Hochschule (TH) Köln jetzt ein modulares System entwickelt worden, mit dem Getreide-, Raps- und Maisstoppeln in einem einzigen Arbeitsschritt aufgenommen, zerkleinert und in den Boden eingearbeitet werden können.

«Erntereste müssen zumeist in engen Zeitfenstern zwischen der Ernte der Vorfrucht und der Saat der Folgekultur verarbeitet werden. Andernfalls bedrohen die bei der Zersetzung beteiligten Pilze die nächste Kultur und machen chemische Behandlungen nötig», erklärt Wolfgang Kath-Petersen vom Institut für Bau- und Landmaschinentechnik der TH Köln.

Basiert auf herkömmlichen Mulcher

«Um die Verarbeitung effektiver zu gestalten, haben wir ein modulares System entwickelt. Dieses ermöglicht, es Erntereste von Getreide-, Raps- oder Maisstroh aufzunehmen und je nach ackerbaulichem Ziel unterschiedlich intensiv zu zerkleinern und in den Boden einzumischen», fährt er fort. Das System basiere auf einem herkömmlichen Mulcher, berichtete die Hochschule am 7. April. Dieser sei im Projekt mit zusätzlichen Werkzeugen ausgestattet worden.

Rotierendes, sternförmiges Werkzeug

Neu sei zum Beispiel ein rotierendes, sternförmiges Werkzeug. Diese erfassen die nach der Ernte am Boden liegenden Stoppeln und richten sie auf, damit der Mulcher sie aufnehmen kann. Dadurch können sie vom Gerät besser verarbeitet werden.

Ein weiteres Modul besteht aus senkrecht stehenden Scheiben. Nachdem der Mulcher die Stoppeln aufgesammelt und verarbeitet hat, schneiden diese entlang der Saatreihe scharfkantig in den Boden. So sollen die Wurzelstöcke zerkleinert werden, damit sich keine Schädlinge wie der Maiszünsler darin einnisten und überwintern können.

Ein weiteres Modul, das vom Team der TH Köln entwickelt wurde, besteht aus senkrecht stehenden Scheiben. Diese schneiden nach der Verarbeitung durch den Mulcher scharfkantig entlang der Saatreihe in den Boden. So werden die Wurzelstöcke verkleinert, damit sich keine Schädlinge darin einnisten können.
TH Köln

Weniger Pflanzenschutzmittel

Das Gesamtsystem wurde laut TH Köln im Rahmen von Feldversuchen im Einsatz erprobt. Dabei sei nachgewiesen worden, dass durch die modulare Verfahrensweise im Vergleich zu herkömmlichen Methoden Zeit gespart werden könne. Zudem mindere die Möglichkeit, die Rotte mit Hilfe des Kombimulchers effektiver zu beschleunigen, den Infektionsdruck. Dadurch könne der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden. In weiteren Untersuchungen solle das System nun optimiert werden, so die TH.

Das Forschungsvorhaben «Entwicklung eines modularen Biomasse-Aufbereitungs- und Boden-Vermischungssystems für feldständige Biomasse» (Kombimulcher) wurde in den zurückliegenden drei Jahren von der TH Köln gemeinsam mit der Technische Universität (TU) Dresden, der Fachhochschule Südwestfalen, der Müthing GmbH und Co. KG, der Güttler GmbH sowie der Hanse Agro Beratung und Entwicklung GmbH durchgeführt.

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