18.08.2017 09:07
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Regenerierende Roboter entwickelt
Belgische Forscher haben weiche Roboter entwickelt, die nach «Verletzungen» heilen können - ähnlich wie die Comicfigur Wolverine. Der Trick besteht in der Wahl des Materials.

Roboter werden zunehmend zu «Softies»: Forschende arbeiten seit einigen Jahren rege an weichen Robotern, die dank Gummi und Pneumatik flexibler sind als die klassischen Vertreter und damit andere Aufgaben erfüllen können - beispielsweise bei Einsätzen in Katastrophengebieten. Nur macht ihre Weichheit sie natürlich auch Anfälliger für «Verletzungen» durch spitze Gegenstände in unsicherem Terrain.

Ein Team um Bram Vanderborght von der Freien Universität Brüssel stellt nun mit einem speziellen Kunststoff ausgestattete Soft-Roboter vor, die sich nach Schäden regenerieren können. Ihre pneumatischen Elemente bestehen aus selbstheilendem Elastomer - sogenannten Diels-Alder Polymeren, wie die Wissenschaftler im Fachblatt «Science Robotics» berichten. Schäden wie beispielsweise ein Riss oder Schlitz verschlossen sich wieder durch leichtes Erwärmen während rund einer Stunde.

Wie in einem Video des Fachjournals zu beobachten ist, scheinen diese Wunden binnen kürzester Zeit zu heilen - ähnlich wie bei der «X-Men»-Comicfigur «Wolverine». Zurück bleibe nur eine kleine Narbe, die aber anschliessend keine Schwachstelle darstelle, heisst es im Fachartikel. Die Funktionalität werde praktisch komplett wiederhergestellt.

Ausprobiert haben die Wissenschaftler diese Methode bei einer Roboterhand, einem Greifarm und einem künstlichen Muskel. Eben weil das grosse Potenzial weicher Roboter in ihrer Eignung für unwegsames Gelände liegt, schlagen die Wissenschaftler vor, für weiche Roboter auf solche selbstheilenden Kunststoffe umzusteigen. Die bisher verwendeten Materialien machten die Maschinen sehr empfindlich für Schäden oder Verschleiss.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE