6.03.2019 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Agrama
Robert Aebi verzichtet auf Agrama
Die Robert Aebi Landtechnik AG (Ralag) wird nicht mehr an der grössten Schweizer Landmaschinenmesse, der Agrama in Bern, teilehmen. Armin Segmüller, Geschäftsführer der Ralag, erklärt die Beweggründe dafür.

«Schweizer Bauer»: Wieso will Robert Aebi Landtechnik  AG nicht mehr an der Agrama teilnehmen?
Armin Segmüller: Die Landwirtschaft ist ein sehr regionales Geschäft. Wir wollen noch stärker dorthin, wo unsere Kunden und Vertriebspartner sind. Wir hinterfragen zudem jährlich unsere Marketingaktivitäten und fördern jene, die unseren Vertriebspartnern und unseren Standorten am meisten nützen und mit denen wir unsere Kunden – die Landwirte, Lohnunternehmer, Gemeinden und Liegenschaftsbesitzer – am besten erreichen.

Wurden an der nationalen Agrama keine Traktoren/Maschinen mehr verkauft?
In den letzten Jahren hat sich die Agrama zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt. Man trifft sich, um sich zu unterhalten und auszutauschen. Die Verkäufe werden aber im Vorfeld beim Vertriebspartner oder im Regionalzentrum abgewickelt.

Wie haben Händler und Mitarbeiter diesen Entscheid aufgenommen?
Es sind noch zu wenige Feedbacks eingegangen, um eine fundierte Aussage treffen zu können, in einer ersten Tendenz ist der Entscheid sehr positiv auf- und wahrgenommen worden.

Die lokale, regionale und überregionale Präsenz soll ausgebaut werden, wieso?
Wir konnten immer wieder feststellen, dass unsere Kunden den persönlichen Kontakt in ihrer Region suchen. Sie geben der Regionalität den Vorzug gegenüber einer nationalen Messe, wo sie manchmal niemanden kennen.

Durch was für Massnahmen soll die regionale Präsenz stärker ausgebaut werden?
Es sind diverse Massnahmen in Vorbereitung. Zum aktuellen Zeitpunkt möchte ich diese noch nicht bekannt geben. Die Kunden und Vertriebspartner können sich aber freuen.

Regionale Aktivitäten statt eine nationale Messe, ist das ein neuer Trend in der Landtechnikbranche?
Ich denke ja, es ist aus meiner Sicht ein Trend in der gesamten Bevölkerung erkennbar zu mehr Regionalität. Man sieht es auch gut im Detailhandel, wo auf regionale Produkte gesetzt wird. Zudem steigt die Nachfrage nach Dienstleistungen wie unseren Agrarmanagement-Lösungen sowie unseren FarmSight-Paketen, und da spielt der persönliche Kontakt eine sehr grosse Rolle.

Werden andere Importeure dem Beispiel der Robert Aebi Landtechnik  AG folgen und auch nicht mehr an der Agrama teilnehmen, wie schätzen Sie das ein?
Ich kann nicht für die anderen Importeure sprechen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass weitere Importeure folgen werden.

Wie sehen Sie die Zukunft der Agrama?
Ich denke, dass es Messen ganz generell schwer haben werden in der Zukunft. Heute informiert sich der Kunde im Internet und schaut sich das Produkt dann bei seinem Partner in der Region an. An die Messe geht der Kunde dann mit seiner Familie als Sonntagsausflug. 

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