31.03.2019 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Melkroboter
Roboter hilft Milchkontrolleur
Betriebe mit einem Roboter brauchen bald keinen Milchkontrolleur mehr. Die Milchmenge wird direkt an die Zuchtverbände übermittelt, die Probe selber eingeschickt. Später wird das auch für Melkstandbetriebe möglich.

Jede moderne Rohrmelkanlage und erst recht jeder Melkroboter erhebt bei jeder Melkung von jeder Kuh die Milchmenge, je nach System werden auch die Milchinhaltsstoffe aufgezeichnet. Trotzdem kommt auf Roboter-Herdebuchbetrieben jeden Monat der Milchkontrolleur vorbei.

«Bisher ist es so gewesen, dass er die Milchmenge jeder Kuh manuell übertragen hat», sagt Sarah Görlich von der Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter ASR und von der Qualitas AG. «Mit modernen Datenaustauschmöglichkeiten ist das unnötig.»

Daten automatisch übertragen

In einem ersten Schritt können sich  über alle Zuchtverbände Betriebe mit einem Lely-Melkroboter beteiligen. Die holländische Informatikfirma VSM installiert auf ihren Robotern via Fernzugriff ein Softwareprogramm. Danach ist ein Ordner auf dem Computer sichtbar, der sich  nicht öffnen lässt.

Die Daten werden danach täglich automatisch übertragen und von den Zuchtorganisationen abgeholt. «Diese Rohdaten werden für die Leistungsprüfung, für die Zuchtwertschätzung sowie für zuchttechnische Auswertungen herangezogen», erklärt Görlich. «Seit Anfang 2019 sind wir mit Lely in den Routinebetrieb gestartet. 

Im Verlauf des Jahres stehen die weiteren Melkmaschinenmarken je nach Testverlauf dann ebenfalls für den automatisierten Tierdatenaustausch zur Verfügung. Die Betriebe werden dann via Zuchtorganisation informiert.» 

Proben vom Roboter gefasst

Der automatische Austausch soll nicht nur bei Melkrobotern, sondern auch bei entsprechend ausgerüsteten Melkständen möglich sein, blickt Görlich voraus. Den Milchkontrolleur braucht es aber vorerst auf diesen Betrieben immer noch, um die Milchprobe für die Zellzahl- und die Gehaltsbestimmung abzuholen.

Doch auch dies werde sich ändern, sagt Görlich: «Ab dem Frühling können Roboterbetriebe mit automatisiertem Tierdatenaustausch auf Wunsch eine Eigenkontrolle (B-Kontrolle) als Milchleistungsprüfung durchführen. Die Proben werden vom Roboter gefasst und vom Bauer eingeschickt oder von der Hofabfuhr abgeholt.» 

Der automatisierte Datenaustausch wird auch den Zuchtverbänden neue Möglichkeiten bieten. Er wird bei der Erfassung der Gesundheitsmerkmale und der Zuchtwertschätzung eine wichtige Rolle spielen.

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