18.03.2013 11:46
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Energie
Sauberer Strom aus Wasser und Alkohol
Aus Wasser und Alkohol Strom herstellen - dies könnte in Zukunft dank eines neuen Moleküls möglich sein, das Forschende der ETH Zürich entwickelt haben. Es könnte in Brennstoffzellen zur Stromgewinnung angewendet werden, aber auch zur Umwandlung von Kohlendioxid in Treibstoff.

Das Molekül ist ein sogenannter Katalysator. Wird dieser einem  Gemisch aus dem Alkohol Methanol und Wasser beigegeben, reagiert die  Mixtur zu molekularem Wasserstoff und Kohlendioxid (CO2), wie die  Forschenden im Fachblatt «Nature Chemistry» berichten. Dabei wird  Energie frei, die als Strom genutzt werden kann.

Der neue Katalysator könnte als aktive Komponente in  Brennstoffzellen verwendet werden, wie Studienleiter Hansjörg  Grützmacher von der ETH Zürich am Montag auf der Online-Plattform  «ETH Life» erklärte. «Damit könnte man ein Gemisch aus Wasser und  Methanol direkt als Flüssigbrennstoff zur Stromproduktion  einsetzen», sagte er. Er hält eine baldige Anwendung für möglich,  beispielsweise in Mikrobrennstoffzellen als Stromquellen für Uhren.

Mit den meisten bisherigen Methoden seien für die gewünschte  Reaktion hohe Temperaturen und erhöhter Druck nötig gewesen, sagte  Grützmacher. Dabei entstand zudem das giftige Nebenprodukt  Kohlenmonoxid. Mit dem neuen Katalysator funktioniert die Reaktion  auch bei Temperaturen unter hundert Grad und bei normalem Luftdruck.

Methanol als Treibstoff

Das Besondere an Katalysatoren ist, dass sie chemische Reaktionen  in beide Richtungen ermöglichen. Mit dem neuen Katalysator könnte  aus dem Klimagas Kohlendioxid (CO2) Methanol zum Einsatz als  Treibstoff erzeugt werden. Dafür bietet sich das CO2 an, das bei der  Verbrennung von fossilen Brennstoffen oder Biomasse entsteht.

Auch diese Reaktion, die Hydrierung von CO2, sei bisher bei hoher  Temperatur und hohem Druck durchgeführt worden, sagte Grützmacher.  Bestehende Methoden hätten ausserdem nur eine geringe Ausbeute.

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