Samstag, 23. Januar 2021
25.07.2013 19:02
Traktoren

Steyr: Neues Multitalent geht an den Start

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Von: Johannes Paar

Steyr geht mit seiner Serie Multi mit drei Modellen an den Start. Was das Multitalent alles kann, zeigt ein Fahrbericht.

Das Segment um 100 PS ist im Markt stark umworben. Viele Hersteller bieten, um die unterschiedlichen Anforderungen abdecken zu können, mehrere Baureihen an. Das Topmodell vom Steyr Multi überschneidet sich mit den kleinsten Profi-Modellen des Herstellers.

Sie sind aber in vielerlei Hinsicht anders: Der Profi bietet mehr Komfort, Elektrik und Elektronik. Zudem ist er breiter, höher und schwerer. Beeindruckend ist seine Wendigkeit. Bei vollem Lenkeinschlag hat man das Gefühl, mit dem Traktor ohne Lenkbremse und ohne Reversieren um die Ecke fahren zu können. Laut Hersteller hat er einen Lenkeinschlag von 55 Grad. Eine gefederte Vorderachse gibt es nur beim Profi.

Starkes Herz von FPT

Die Multi-Baureihe besteht aus drei Modellen und wird in drei Ausstattungslinien angeboten. Das konzerneigene FPT-Kraftwerk (Fiat Power Train) im Multi 4095 leistet bei einer Nenndrehzahl von 2200 U/min 73 kW/99 PS. Der 4105er bringt 79 kW/107 PS, und der Multi 4115 holt 84 kW/114 PS aus jeweils 3,4 Liter Hubraum und vier Zylindern. Laut Herstellerangaben beträgt die Konstantleistung dieser Motoren rund 300 U/min.

Den maximalen Drehmomentanstieg beziffert Steyr mit bis zu 35%. Die mit modernster Common-Rail-Einspritztechnik ausgestatteten Motoren erfüllen die Abgasvorschriften der Stufe 3B. Gereinigt werden die Abgase mit einem Dieseloxidationskatalysator und einem Dieselpartikelfilter.

Vierfach-Lastschaltung

Das in der Multi-Serie verbaute 4fach-Lastschaltgetriebe mit Powershuttle-Funktion wurde gemeinsam mit dem Getriebespezialisten ZF entwickelt. Es bietet 32 Vorwärts- und 32 Rückwärtsgänge: eine Acker- und Strassengruppe, vier Gänge und die vier Lastschaltstufen. Der Gangschalthebel rechts vom Fahrerplatz lässt sich leicht schalten. Die Schaltwege sind etwas lang. Vor allem beim Einlegen des vierten Ganges kann es zur Kollision mit der Armlehne kommen.

Der Hebel für den Gruppenwechsel befindet sich gut erreichbar links vom Fahrer. Die vier Lastschaltstufen lassen sich manuell oder automatisch schalten. Der geteilte Handgashebel hat zwei Funktionen: Mit dem linken Hebel lässt sich wie gewohnt die Handgasdrehzahl festlegen. Mit dem rechten Schieber verändert man den Schaltzeitpunkt der Lastschaltstufen. Auf der Strasse erreicht dieses Getriebe bei einer Motordrehzahl von 1750 U/min seine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h.

Getrennter Ölhaushalt

Beim Multi stehen ein offenes Hydrauliksystem mit einer 60-Liter-Konstantpumpe sowie ein geschlossenes mit einer 100-Liter-Loadsensing-Pumpe zur Wahl. Der Ölhaushalt für Hydraulik und Getriebe sind getrennt. Im Heck sind bis zu vier und im Zwischenachsbereich zwei doppelt wirkende Hydrauliksteuergeräte möglich. Im Heck stemmt der Multi maximal 5600 kg.

Bekannte Kabine

Die Kabine wurde ursprünglich für die kleinere Schwesterbaureihe entwickelt. Sie bietet eine bekannt gute Rundumsicht. Auch die Sicht auf den Heckanbauraum ist gut. Das wird durch eine lange, tief gezogene Heckscheibe erreicht. Leider lässt sich diese Scheibe bei einem angebauten Gerät nur einen kleinen Spalt öffnen. Dazu hat Steyr zweistufige Teleskopzylinder verbaut. Das Platzangebot ist durchschnittlich. Das gilt auch für den Lärmpegel in der Kabine, den wir mit etwa 76dB(A) gemessen haben.

Die rechte Bedienkonsole macht einen aufgeräumten Eindruck. Der Multikontroller am Gangschalthebel bietet viele Bedienmöglichkeiten: Lastschaltung, Lastschaltautomatik, Powershuttle, Fahrkupplung, Heckhubwerk, bis zu zwei Steuergeräte und zwei Drehzahlspeicher. Er lässt sich durch die neue Stellung besser bedienen als bei der Vorgängerserie. In der rechten Armlehne ist der Joystick untergebracht.

Zum kommenden Jahreswechsel soll dieser eine ergonomischere Form und eine günstigere Position mit der Armlehne bekommen. Das gilt auch für den derzeit noch rechts an der Lenksäule angeordneten Blinkerhebel ohne Rückstellautomatik. Steyr hat uns aber versichert, dass dieser auf die gewohnte linke Seite der Lenksäule wandern wird.

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