30.05.2013 13:31
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Studie: Motorsensen sind «Dreckschleudern»
Die Gesundheit von Unterhaltsarbeitern auf der Autobahn ist nicht vom Verkehr am stärksten belastet - sondern durch ihr Arbeitsgerät. In einer kleinen Studie stellten Lausanner Forschende fest, dass kleine Motorgeräte wie Motorsensen und -sägen die höchste Feinstaublast und viel Lärm verursachen.

Das Team um Michael Riediker vom Institut für Arbeit und Gesundheit der Unis Lausanne und Genf hat 18 Arbeiter an 50 Einsatztagen zwischen Mai 2010 und Februar 2012 begleitet. Zu den Arbeiten gehörten Schneeräumen, Ausbessern der Leitplanken, Kanalreinigen, Holzen oder die Pflanzen im Mittelstreifen der Autobahn mähen. 

Drei- bis achtmal mehr Feinstaub

Die Forschenden haben gemessen, wie stark die Arbeiter währenddessen Luftschadstoffen, Feinstaub und Lärm ausgesetzt waren. Dies berichtete der Schweizerische Nationalfonds (SNF), der die Studie unterstützt hat, am Donnerstag. 

Die Resultate: Im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung sind Unterhaltsarbeiter drei- bis achtmal stärker mit Feinstaub belastet. Die Lärmexposition übersteigt oft die für Gehörschäden kritische Grenze von 85 Dezibel. Dies berichten die Forschenden im Fachjournal «The Annals of Occupational Hygiene». 

«Dreckschleudern» 

Hauptquelle von Schadstoffen und Lärm war aber nicht etwa der Autobahnverkehr. Mehr als die Hälfte der Feinstaublast stammte von Motorsensen und -sägen. «Die kleinen Verbrennungsmotoren, die auf dem Rücken getragen werden, arbeiten mit Benzin, das mit Ölzusätzen vermischt ist. Das macht sie zu Dreckschleudern», zitiert die Mitteilung den Erstautor Reto Meier. 

Um die Feinstaubexposition zu verringern, sei deshalb bei den Arbeitsgeräten anzusetzen. Dies sei eine Herausforderung für die  Gerätehersteller, aber auch für die Arbeitgeber. Ihn ihrer Verantwortung liege es, den Schadstoffausstoss der Geräte zu evaluieren und bei Neuanschaffungen zu berücksichtigen. 

Lärm vom Presslufthammer 

Die Geräte sind auch die grössten Lärmquellen, allen voran die Presslufthammer. Die Lärmemissionen seien auch bei Motorsensen und -sägen mit durchschnittlich über 90 Dezibel sehr hoch, ebenso bei Arbeiten in Autobahntunnels. 

Was den Forschenden auffiel: Zwar benützten die Arbeiter den Gehörschutz, wenn sie den Lärm selbst verursachten - nicht immer jedoch wenn der Lärm von der Autobahn oder ihren Kollegen herrührte. «Um Gehörschäden vorzubeugen, sollte der Gehörschutz möglichst konsequent eingesetzt werden», sagt Meier.

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