Dienstag, 28. September 2021
01.07.2021 10:41
Smart Farming

Smarte Technologien sollen Bauern helfen

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Von: mgt/blu

Die Forschungsanstalt Agroscope baut gemeinsam mit den Kantonen Thurgau und Schaffhausen sowie der Agridea die neue Versuchsstation Smarte Technologien auf. Sie soll die Digitalisierungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft gezielt für den Einsatz in der Praxis weiterentwickeln.

Die Digitalisierung, von Drohnen, über Feldroboter bis zu neuen Managementsystemen, bietet der Landwirtschaft neue Chancen. «Gleichzeitig ist sie anspruchsvoll, da es viele komplexe Prozesse der landwirtschaftlichen Produktion richtig zu steuern gilt», schreibt Agroscope in einer Mitteilung.

Erkenntnisse für ganze Schweiz

Die neue Versuchsstation soll diese Prozesse mittels intelligenter Technologien besser erfassen und die Technologien unter Praxisbedingungen optimieren. Die Digitalisierung soll einerseits die Lebensmittelproduktion ressourcen- und klimaschonender sowie effizienter gestalten, andererseits den Betrieben das Management erleichtern.

Mit Unterstützung der Kantone Thurgau und Schaffhausen, der Agridea sowie den kantonalen Bauernverbänden wird Agroscope in dieser Region neue Erkenntnisse zur Anwendung und Optimierung von digitalen Produktionsverfahren erarbeiten, die anschliessend in der ganzen Schweiz verbreitet werden.

Digitalisierung wichtiger Schlüssel

«Mit Hilfe von neuen Technologien lässt sich die Produktion nachhaltiger gestalten. Unser Ziel ist es, diese Technologien zusammen mit Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern in einem kantonsübergreifenden Betriebsnetz einzusetzen und für die breitere Praxisanwendung weiterzuentwickeln», lässt sich Ueli Bleiker, der Leiter des Landwirtschaftsamt Thurgau, zitieren. Die Digitalisierung sei ein wichtiger Schlüssel zur Bewältigung des Klima- und Strukturwandels, des Biodiversitätsverlusts oder der Schädlingsbekämpfung bei gleichzeitig hohen Produktionszielen.

Mit datenbasierten Modellen lässt sich frühzeitig erkennen, ob sich Pflanzenkrankheiten ausbreiten, wie die Stickstoffmineralisierung im Boden verläuft oder wie es um die Gesundheit der Kühe steht. Auch administrative Arbeiten können mit automatischen Erfassungssystemen vereinfacht werden.  

Präzisere Stickstoffdüngung

Die Versuchsstation startet mit einem Projekt zur ortsspezifischen Stickstoffdüngung. Mit der Technologie wird der Bedarf der Pflanzen ermittelt und nur so viel gedüngt, wie die Pflanze für ein optimales Wachstum braucht. Damit sollen die negativen Auswirkungen von Stickstoffüberschüssen auf die Umwelt vermindert werden. Die Grundlagen zu diesem Projekt wurden in mehrjähriger Vorarbeit von Agroscope zusammen mit der ETH Zürich auf der Swiss Future Farm in Tänikon gelegt.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass es möglich ist, die Stickstoffeffizienz um rund 15 % zu erhöhen. Dieser Ansatz wird nun weiter ausgebaut und in der Versuchsstation umgesetzt. Die neue Technik soll schweizweit einen Beitrag zum Absenkpfad für Nährstoffe leisten.  Die Aktivitäten werden durch das Bundesamt für Landwirtschaft im Rahmen eines Beratungsprojekts unterstützt.

Brücke zwischen Forschung, Beratung, Industrie und Praxis

«Wir stehen am Anfang einer digitalen Entwicklung, die grosses Potenzial birgt», so Nadja El Benni, Leiterin des Forschungsbereichs Wettbewerbsfähigkeit und Systembewertung von Agroscope. «Die Versuchsstation wird dazu beitragen, digitale Lösungen zu finden, die die Landwirtinnen und Landwirte in ihrer Arbeit und ihrem Erfolg unterstützen. Die Zusammenarbeit mit den Kantonen, der Branche, der Praxis und der Technologie-Industrie ist dabei zentral, damit die Erkenntnisse schnellstmöglich angewendet werden können.»

Die Resultate aus der Forschung werden gemeinsam mit den Partnern über die Kantonsgrenzen hinweg der Landwirtschaft in der ganzen Schweiz zur Verfügung gestellt.

Ziele der Versuchsstation

  • Neue Technologien unter Praxisbedingungen anwenden und optimieren
  • Produktion effizienter, ressourcen- und klimaschonender gestalten, insbesondere Produktionssysteme bei pflanzlichen Kulturen (inkl. Spezialkulturen) und in der Tierhaltung 
  • Management der Betriebe vereinfachen und verbessern
  • Aktive Mitgestaltung durch Anwender/innen und Industrie
  • Austausch zwischen Forschung, Beratung, Praxis und Industrie fördern
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