14.08.2019 10:39
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/awp
Fleisch
Bell schreibt Verlust
Bell Food Group schreibt im ersten Halbjahr einen Verlust. Grund sind die wegen der in China ausgebrochenen Schweinepest gestiegenen Preise für Schweinefleisch sowie Kosten vor allem für den Ausstieg aus dem deutschen Wurstwarengeschäft.

Vor den negativen Auswirkungen der hohen Rohmaterialpreise hatte der Nahrungsmittelhersteller im Juni gewarnt. Sie hätten gemeinsam mit weiteren Kosten mit 12 Mio. Fr. aufs Ergebnis gedrückt, teilte Bell Food Group am Mittwoch mit. Ausserplanmässig seien dagegen die beim Verkauf des Wurstwarengeschäfts in Deutschland angefallenen Wertberichtigungen in Höhe von 25 Mio., während Restrukturierungskosten mit 10 Mio. belasteten.

Verlust von 10 Millionen

Unter dem Strich resultierte den Angaben zufolge ein Verlust von 9,6 Mio. Fr. nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn in Höhe von 32,5 Mio. ausgewiesen werden konnte. Der Betriebsgewinn Ebit ging auf 11 nach 55,2 Mio. und der Ebitda auf 116,8 von 136,6 Mio. zurück. Die Nettoerlöse lagen derweil mit 1,99 Mrd. Fr. nur leicht unter dem Wert des Vorjahres.

Das bereinigte Absatzvolumen lag mit 266,7 Millionen Kilogramm um 2,2 Prozent über dem Vorjahr. Der Convenience-Anteil am Warenumsatz der Coop-Tochter erhöhte sich um rund ein Prozent auf 27 Prozent.

CH: Höherer Inlandanteil

In der Schweiz entwickelte sich der Umsatz leicht rückläufig. Dieser sank um 1,4% oder 13,5 Mio. Fr. auf 982 Mio. Fr. Dieser Rückgang sei primär auf den Absatzkanal Detailhandel zurückzuführen, der 2019 insgesamt rückläufig war, schreibt Bell. Zusammen mit einem verhaltenen Start in die Grillsaison bildete sich das Absatzvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 3,3% (-2,1 Mio. kg) auf 61,7 Mio. kg zurück

Die im Vorjahr eingeleiteten Massnahmen zeigen gemäss Bell "deutliche Ergebnisverbesserungen" im ersten Halbjahr 2019. Der Bruttogewinn stieg trotz Mindermenge im Detailhandel. Bell führt dies auf einen weiter erhöhten Inlandanteil bei der Fleischgewinnung zurück. In Kombination mit einem effizienten Kostenmanagement konnte Bell Schweiz das Gesamtergebnis gegenüber dem Vorjahr klar steigern, heisst es weiter.

D: Umsatz und Absatz sinken

Aufgrund der Umnutzung des Standorts Bad Wünnenberg sowie eines rückläufigen Retailmarktes sank bei Bell Deutschland der Umsatz um 22% auf 197,3 Mio. Fr. Das Absatzvolumen bildete sich deutlich um 11,4 Mio. kg (–30,5%) auf 25,9 Mio. kg zurück. Darin enthalten sind der Wegfall der Mengen aus Bad Wünnenberg sowie der bewusste Verzicht auf margenschwache Sortimente im Bereich Rohschinken.

Am 24. Juni 2019 hat die Bell Food Group bekanntgegeben, das Wurstwarengeschäft von Bell Deutschland zu verkaufen. Der geschäftliche Fokus in Deutschland liegt künftig auf dem Ausbau der Position im Bereich hochwertiger deutscher und internationaler Rohschinken. 

International legt zu

Bell International erhöhte den Umsatz im Vorjahresvergleich um 3,8% auf 329,0 Mio. Fr. Das Absatzvolumen stieg im ersten Halbjahr 2019 um 2,6 Mio. kg (+3,2 %) auf 83,5 Mio. kg.

Auf der Umsatz- und Absatzseite konnten alle Ländergesellschaften von Bell International im Vorjahresvergleich Fortschritte erzielen. Die hohen Rohstoffpreise für Schweinefleisch führten hingegen zu massiv höheren Beschaffungskosten. 

Convenience wächst weiter

Weiter zulegen kann Bell im Convenience-Geschäft. Der Geschäftsbereich erhöhte den Umsatz um 33 Mio Fr. auf 548,9 Mio. Fr. Damit stamm ein Viertel des Umsatzes bereits aus diesem Bereich. Das Absatzvolumen wurde um 7,7 auf 99,4 Millionen Kilogramm gesteigert.

Der Anstieg ist unter anderem auf den Volljahreseffekt von Sylvain & CO zurückzuführen, die im Mai 2018 übernommen wurde. Zudem konnten die Divisionen Eisberg, Hilcona und Hügli organisch weiter wachsen. Alle drei Divisionen profitierten dabei von Zuwächsen bei den wichtigsten Kunden in den Absatzkanälen Retail und Food Service.

Bell rechnet mit höheren Preise beim Schweinefleisch

Mit Blick nach vorne zeigt sich das Unternehmen wenig konkret: Es sei weiterhin mit hohen Rohmaterialpreisen beim Schweinefleisch zu rechnen, die man im Rahmen weiterer Preiserhöhungen an die Kunden weitergeben möchte. Zudem strebt Bell Food Group operative Verbesserungen in allen Geschäftsbereichen an. Dabei werden man sich auf die Inbetriebnahme neuer Produktionsbetriebe, die Umnutzung des deutschen Standorts in Bad Wünnenberg sowie den Verkauf des deutschen Wurstwarengeschäfts konzentrieren.

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