11.08.2016 13:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Österreich
25% des Kuhfleischs gehen in die Schweiz
Ende Juli gab die Restaurantkette McDonald’s bekannt, während acht Wochen teilweise auch österreichisches Rindfleisch zu verwenden – dies aus preislichen Gründen. Die Schweiz ist für Österreich derzeit der wichtigste Abnehmer von Kuhfleisch.

Die Ankündigung des Schweizer Ablegers der US-Burger-Kette, teilweise auf österreichisches statt aus schweizerisches Rindfleisch zu setzten, sorgte für Empörung. Der Burgerkette war der Preis des einheimischen Rindfleisches zu hoch. Aufgrund des tiefen Angebots und einer guten Nachfrage sind die Preise in die Höhe geschossen.

McDonald's: 3 Prozent des Jahresvolumen

«Mit Besorgnis verfolgen wir seit mehreren Jahren, dass es schwierig ist, genügend Schweizer Kuhfleisch zu einem konkurrenzfähigen Preis einzukaufen,» liess Rainer Rufer, Head of Department Supply Chain von McDonald’s Schweiz, verlauten. Im Vergleich zu Juli 2008 sei der Marktpreis für Schweizer Kuhfleisch aktuell um 28 Prozent höher. Aufgrund der „im Grundsatz identischen“ Tierschutzbedingungen habe sich McDonald’s bewusst entschieden, das Fleisch aus Österreich zu importieren.

Zusammen mit Verarbeiter Bell, einer Coop-Tochter, hat McDonald’s entschieden, während acht Wochen für seine Burger teilweise österreichisches Rindfleisch zu verwenden. Seit August bezieht die Kette rund 20 Prozent des benötigten Rindfleisches der Alpenrepublik. Dies entspricht 3 Prozent des Jahresvolumens an Rindfleisch, die anderen 97 Prozent stammen weiterhin von Schweizer Kühen.

Hat österreichischen Markt stabilisiert

In Österreich freut man sich über die Nachfrage nach Kuhfleisch aus der Schweiz. Jedes dritte Schlachtrind in Österreich wird exportiert. "Die Schweiz zählt derzeit zu den grössten Abnehmern von Kuhfleisch. Aktuell gehen 20 bis 25 Prozent der österreichischen Kuhschlachtungen an Schweizer Kunden. Diese Absatzschiene hat auch zur stabilen Situation auf dem österreichischen Schlachtkuhmarkt beigetragen", erklärt Rudolf Rogl, Geschäftsführer der Österreichischen Rinderbörse, gegenüber aiz.info.

In den Sommermonaten kommt es laut Rogl wiederholt dazu, dass die Schweiz grösster Einzelabnehmer wird. Nebst McDonald's dürften sich somit auch andere Abnehmer in der Schweiz mit österreichischer Ware versorgen. Im Herbst hingegen gehen die Tiere nach Deutschland oder in die Niederlande.

Grosser Preisunterschied

Wie in der Schweiz gehört McDonald’s zu einem wichtigen Abnehmer von einheimischen Rindfleisch in der Alpenrepublik. Für die Burger wird ausschliesslich österreichisches Fleisch eingesetzt. Bei unseren östlichen Nachbarn lag der Preis bei den Schlachtkühen (Handelsklasse O3) Ende Juli bei 2,62 Euro pro Kilo Schlachtgewicht (2,86 Fr./kg SG). In der Schweiz sind in den vergangenen Wochen die Preise für Schlachtkühe im Sinken begriffen. Vergangenen Freitag wurde der Richtpreis der Branchenorganisation Fleisch Proviande auf 7,90 Fr./kg SG (T3) gesenkt.

McDonald’s setzt nicht zum ersten Mal ausländisches Fleisch für Hackfleischplätzchen ein. Auch im Jahr 2008 wurde aus dem Ausland Ware beschafft. 2015 bezog die Restaurantkette rund 4‘600 Tonnen Rindfleisch von Schweizer Bauernhöfen.

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