19.10.2018 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - ber
Obst
Äpfel-Rekordernten mit Folgen
Für die Rekordmengen an Äpfeln, welche in diesem Herbst geerntet werden, gibt es zu wenig Abnehmer. Aus diesem Grund haben die Bauern keine andere Möglichkeit, als das Tafelobst zu Schleuderpreisen wegzugeben.

Der späte Frost im Frühling 2017 liess die Obsternte vor einem Jahr um rund die Hälfte kleiner ausfallen als gewohnt. Die Obstbäume haben sich inzwischen erholt und haben in diesem Jahr wieder viel mehr Früchte getragen. Ralph Gilg, Präsident des Thurgauer Obstverbandes, bestätigt der Thurgauer Zeitung, dass sich die Äpfel in diesem Jahr perfekt entwickelt hätten. Dies hat zur Folge, dass der Markt das überaus viele Obst nicht wie üblich regeln kann.

«Schweizweit werden im Handel pro Jahr durchschnittlich rund 100'000 Tonnen einheimische Tafeläpfel verkauft» so Gilg. In diesem Jahr wird die Ernte aber auf 168'000 Tonnen geschätzt. Die viel zu grossen Lagerbestände drücken den Preis für ein Kilo Tafeläpfel auf einen Franken. Dies hat zur Folge, dass Obstbauern auch einen Teil ihres besten Tafelobstes in die Mostereien fahren müssen, was einen drei bis viermal tieferen Preis als jener im Detailhandel mit sich bringt. 

Nun ist Solidarität gefragt

Die Mitglieder des Thurgauer und St. Galler Obstverbandes werden nach Rücksprache mit den Abnehmern aufgerufen, zusammenzuhalten. Die Produzenten sollten sich an die mengenmässigen Richtwerte halten, welche im Vorfeld mit den Vermarktern vereinbart wurden.

Die überschüssige Menge an Tafelobst sollen die Produzenten über die Vermarkter zu gleichen Teilen an die Industrie oder Mostereien verkaufen. Der tiefere Erlös soll gleichmässig getragen werden. Die Branche will von einer Kontingentierung nichts wissen. Ralph Gilg wird von der Thurgauer Zeitung wie folgt zitiert: «Wir müssen den Markt spielen lassen, die Betriebsabläufe laufend optimieren und effizienter werden.» 


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