28.02.2018 13:45
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Agrochemie
Agrargeschäft von Bayer schwächelt
Der deutsche Pharma- und Chemieriese Bayer kommt mitten in der Monsanto-Übernahme in seinem eigenen Agrargeschäft nicht in den Tritt. Probleme im wichtigen Markt Brasilien und negative Währungseffekte verhagelten Bayer das Ergebnis in dem Geschäftsbereich, der durch den 63,5 Milliarden Dollar schweren Zukauf des US-Saatgutriesen deutlich ausgebaut werden soll.

«Operativ war 2017 ein Jahr mit Licht und Schatten», sagte Konzernchef Werner Baumann am Mittwoch. Während es für Bayer im Pharmageschäft weiter rund läuft und der Konzern in dem Bereich soviel umsetzte wie nie zuvor, bereitet auch das Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten Kopfschmerzen.

Im vergangenen Geschäftsjahr stagnierte der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) von Bayer bei knapp 9,3 Milliarden Euro. Das gesteckte Ziel eines Ergebnisses leicht über dem Niveau des Vorjahres konnte der Konzern damit nicht erreichen.

Nur kleines Umsatzwachstum

Bayer setzte rund 35 Milliarden Euro um und kam damit im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls kaum vom Fleck. Währungsbereinigt lag der Zuwachs bei 1,5 Prozent. Für 2018 rechnet das Managment mit einem Umsatz und einem bereinigten Betriebsgewinn auf Vorjahresniveau. Lieferausfälle durch Korrekturmassnahmen in der Pharmaproduktion nach eine Rüge der US-Gesundheitsbehörde FDA werden das Ergebnis allein mit etwa 300 Millionen Euro belasten. Zuwächse im Pharmageschäft sowie in der Tiergesundheit haben einen stärkeren Ergebnisrückgang bei Bayer im vergangenen Jahr verhindert.

Ausgerechnet das Agrarchemiegeschäft geriet zuletzt aber ins Stottern, da der Konzern dort mit unerwartet hohen Lagerbeständen in Brasilien zu kämpfen hat. Auch im Schlussquartal hat das Ergebnis nach deutlichen Einbussen in den sechs Monaten davor nicht zugelegt, sondern gab im Gegenteil wegen niedrigeren Preisen in Brasilien und Währungseffekten deutlich nach. Und das, obwohl Konzernchef Baumann Wachstum und eine gute Ergebnisentwicklung für das zweite Halbjahr in Aussicht gestellt hatte. Im Bereich mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten setzten dem Konzern ein schwächeres Geschäft in den USA und China zu.

Monsanto-Übernahme verschoben

Bei der Übernahme von Monsanto muss sich Bayer weiter gedulden. Das Unternehmen will den grössten Zukauf in seiner Geschichte nun im zweiten Quartal abschliessen. Zuletzt war Bayer von Anfang dieses Jahres ausgegangen, ursprünglich hatten die Leverkusener auf einen Abschluss Ende 2017 gehofft.

Die EU-Kommission hatte aber Anfang Februar die Prüffrist für den Mega-Deal erneut verlängert und will zum 5. April eine Entscheidung fällen. Um die kartellrechtliche Freigabe zu erhalten, will Bayer nun auch sein gesamtes Gemüsesaatgutgeschäft verkaufen.

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