23.10.2015 13:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Aldi: Bio Suisse vermisst gesamtheitliches Engagement
Bis heute verweigert Bio Suisse, die Vereinigung der Biolandbauorganisationen, Aldi das Knospe-Label. Als Grund gibt die Organisation ein mangelndes gesamtheitliches Engagement des Discounters an.

Aldi verkauft zwar einige Knospe-Produkte, darf diese aber nicht als solche bewerben. Bis jetzt erfülle Aldi die Vorstellungen von Bio Suisse hinsichtlich eines gesamtheitlichen Bekenntnis zu Knospe-Produkten nicht, erklärt Sprecher Lukas Inderfurth auf Anfrage.

Unterstützung von Forschungs- oder Züchtungsprojekten

Unter einem gesamtheitlichen Bekenntnis versteht Bio Suisse ein verstärktes Engagement in der Branche, beispielsweise über die Unterstützung von Forschungs- oder Züchtungsprojekten.

Damit Aldi mit dem Knospe-Label werben könnte, bräuchte das Unternehmen einen Lizenzvertrag mit Bio Suisse. Diesen hat es bisher noch nicht erhalten. Zudem änderte Bio Suisse vor sechs Jahren eigens die Richtlinien. Seither können Knospe-Produkte nur noch in Kombination mit einer Marke eines Bio-Suisse-Lizenznehmers an Aldi verkauft werden.

Aldi kann Entscheid nicht nachvollziehen

Bio Suisse gehe es um das Engagement, das hinter dem Verkauf der Produkte stecke - und nicht nur um den Verkauf einzelner Produkte, sagt Inderfurth. Es fänden aber nach wie vor Gespräche dazu statt. Kurzfristig ist laut Inderfurth aber keine Änderung des Status quo absehbar.

Aldi kann den Entscheid von Bio Suisse nicht nachvollziehen: Aldi Suisse habe darlegen können, dass sämtliche Vorgaben der Bio Suisse erfüllt seien - inklusive dem langfristigen Engagement, schreibt Aldi auf Anfrage. Aldi bedauere die Verweigerungshaltung von Bio Suisse. Aldi Suisse sei selbstverständlich aber weiterhin daran interessiert, mit der Knospe zertifizierte Produkte zu verkaufen. Momentan verkauft Aldi seine Bio-Produkte unter dem eigenen Bio-Label «Natur Aktiv».

Kein direkter Austausch mit Aldi

Mehr Engagement in der Branche würden sich derweil auch andere Lebensmittellieferanten wünschen: So bedauert der Schweizer Obstverband (SOV), dass Aldi bei den Branchenverbänden nicht mitmacht. Dennoch haben sich die Verbände damit arrangiert. Der Verband Schweizerischer Gemüseproduzenten erklärt, der Austausch erfolge nun über die Lieferanten von Aldi.

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