15.04.2015 11:40
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Detailhandel
Aldi Suisse will auf Nachhaltigkeit setzen
Der Schweizer Ableger des deutschen Discounters sorgte in der Schweizer Detailhandelsbranche für Wirbel. Aldi Suisse will künftig der Nachhaltigkeit mehr Bedeutung verleihen. Dazu lanciert der Discounter das Programm „Heute für morgen“. Dazu wird ein neues Bio- und IP-Suisse-Label gestartet.

Vor knapp zehn Jahren realisierte Aldi den Markteintritt in die Schweiz. Dies sorgte bei den Platzhirschen Coop und Migros für ein Umdenken. Beide forcierten in der Folge ihre Billiglinien M-Budget und Prix Garantie. 2013 lag der Detailhandelsumsatz der gesamten Branche 2013 bei 97,2 Mrd. Fr. (Food und Non-Food). Branchenleader blieben Migros (14,46 Mrd. Fr., +1% gegenüber 2012) und Coop (13,93 Mrd. Fr., +1,2%) zu. Aldi legte mit +5,5% deutlich auf 1,74 Mrd. Fr. zu. Nur die Fenaco-Tochter vermochte mit einem Plus 6,3 Prozent auf 1,27 Mrd. Fr. ein höheres Wachstum zu verzeichnen.

Schweizerischer Anstrich

Aldis Prinzip basiert nach eigenen Angaben auf drei Werten: Konsequenz, Einfachheit und Verantwortung. Dies wiederspiegelt sich in standardisierten Verkaufsfilialen, einer beschränkten Sortimentsauswahl und günstigen Preisen. Um das Image des deutschen Discounters abzustreifen, gab sich Aldi in der Werbung oft einen schweizerischen Anstrich.

Am Mittwoch gab Aldi per Communiqué bekannt, dass künftig sämtliche Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit unter dem Claim „Heute für morgen“ gebündelt werden. Aldi wolle langfristig Verantwortung übernehmen, heisst es weiter. Der Discounter setzt dabei auf fünf Schwerpunkte: Gesundheit, Klimaschutz, Ressourcen, Vertrauen und Miteinander.

Bio- und IP-Produkte-Linie wird ausgebaut

„Das Vertrauen unserer Kunden möchten wir ‚zurückgeben’ und bewusst in Zukunft sichernde Projekte investieren. Für unser umfassendes Nachhaltigkeitsengagement mobilisieren wir jährlich einen siebenstelligen Betrag“, lässt Steven Loepfe, Mediensprecher von Aldi Suisse, in der Mitteilung zitieren.

Aldi Suisse will sich unter anderem mit dem Bau von Bienenhäusern, der Förderung der Schweizer Landwirtschaft und in erneuerbaren Energien stärker engagieren. Folgenden Projekte (nicht alle Projekte werden erwähnt) will der Discounter umsetzen:

Bienen: Am Hauptsitz in Schwarzenbach (SG) und in der Zweigniederlassung Domdidier (FR) entstehen in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen Bienenhäuser, in denen einerseits Honig produziert werden soll und andererseits Schulklassen geschult werden könne.

Schweizer Landwirtschaft: Im Mai startet Aldi ein Kunden-Projekt mit Unterstützung von zahlreichen Schweizer Bio-Produzenten. Ziel ist es, die Konsumenten auf das naturnahe Gärtnern zu Hause zu sensibilisieren und gleichzeitig auf den vermehrten Konsum von biologisch und biologisch hergestellten Waren zu achten.

Neue Schweizer Bio- und IP-Labels: Einführung des eigenen Bio-Labels Nature Suisse Bio und des IP-Labels Nature Suisse. Aldi will einen „konstanten“ Sortimentsausbau mit Produkten aus Schweizer Herkunft vorantreiben.

Grösste Photovoltaikanlage: Auf dem Dach des neuen Aldi-Verteilzentrums in Perlen LU ist die grösste Photovoltaikanlage der Schweiz geplant.

Unterstützung sozialer und karitativer Organisationen: Die Abgabe von Gratis-Lebensmitteln an soziale Einrichtungen wird fortgesetzt. Und auch die finanzielle Unterstützung für in Not geratene Menschen, insbesondere Kinder und Familien, soll weiter gefördert werden.

Umweltschonende Herstellung: Bis 2020 will Aldi möglichst ausschliesslich Fisch aus nachhaltiger Fischerei und verantwortungsvoller Zucht verkaufen. Zudem soll 100% der Kakaomenge für die eigenen Schokoladenprodukte aus zertifiziert nachhaltigem Anbau stammen.

Energie: Verwendung von 100 Prozent Naturstrom aus Schweizer Wasserkraft für alle 175 Filialen, drei Zentralniederlassungen und für die Hauptniederlassung in Schwarzenbach.

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