31.07.2016 13:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Fleischmarkt
«An Exklusivität gewonnen»
McDonald’s weicht auf Importe aus. Dies, weil der Markt spielt und Schweizer Hackfleisch heute seinen Preis hat.

Gibt es viel von einer Ware, sinkt der Preis. Wird ein Gut knapp, steigt er. Beim einfachsten aller  Marktgesetze ist die Menge stets variabel und es gibt zumindest aus ökonomischer Sicht nie zu viel oder zu wenig von etwas. Das gilt grundsätzlich sowohl für den Schweizer Milch- als auch für den Fleischmarkt. Schwieriger wird es, wenn einer Ware zwei entgegengesetzte Nachfrageentwicklungen zugrundeliegen. 

Nachfrage angekurbelt

Zu beobachten ist dies derzeit bei der Ware «Milchkuh». Auf der einen Seite ist da der gesättigte Milchmarkt. Produktionsbetriebe werden immer effizienter. Sie melken mit immer weniger Tieren mehr Milch. Oder aber sie stellen den Betrieb ein. Beides hat zur Folge, dass der Kuhbestand immer weiter abnimmt. Damit kommt es auf der anderen Seite zu einer Verknappung von Schlachtkühen und damit auch zu einem reduzierten Angebot an Verarbeitungsfleisch. Hinzu kommt, dass durch die steigende Beliebtheit von Wurstwaren oder Convenience-Produkten die Nachfrage nach Verarbeitungsfleisch marktseitig angekurbelt wird.

Der Preis für Schlachtkühe ist folglich derart angestiegen, dass sich nun  McDonald’s, einer der grössten Abnehmer von Kuhfleisch, entschieden hat, teilweise auf Importe aus Österreich auszuweichen. Diesbezüglich bleibt die Frage, wie «schlimm» es ist, wenn sich ein kostenbewusster Systemgastronom Schweizer Fleisch nicht mehr leisten kann. Für Proviande-Marktexperte Peter Schneider jedenfalls haben das sinkende Angebot und die steigende Nachfrage nach Schweizer Kühen den Preis auch für Verarbeitungsfleisch in die Höhe getrieben. Gleichzeitig erhielt  die Schweizer Herkunft eine grosse Bedeutung. 

Exklusivität gewonnen

«Noch vor drei Jahren war ein Schlachtpreis für T3-Kühe von 6.50 Fr./kg SG als hoch angesehen worden», erklärt Schneider. Als dann die 7-Franken-Grenze geknackt worden sei, überlegten sich einzelne Metzger, aus dem Kuhgeschäft auszusteigen. 

«Das hat aber nur dazu geführt, dass Schweizer Fleisch für die Verarbeitung noch mehr an Exklusivität gewonnen hat und die Nachfrage und somit auch die Preise weiter anstiegen. Aktuell liege der T3-Preis bei 8.40 Fr./kg SG, und wie die Preisentwicklung weitergeht, ist schwer vorauszusagen», schliesst Schneider und fügt an, dass sich wegen der Koppelung mit dem Milchmarkt an Angebot und Nachfrage vorläufig kaum etwas ändern werde.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE