31.05.2013 12:10
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Kartoffeln
Andauernder Niederschlag – Frühkartoffelernte verzögert sich in ganz Europa
Das nasskalte Jahr 2013 behagt den Frühkartoffeln sei der Pflanzung gar nicht. Dies führt in der Schweiz zu einer Ernteverzögerung von drei Wochen. Ende nächste Woche sollten die ersten Schweizer Erdäpfel im Laden erhältlich sein. In ganz Europa herrscht aufgrund der miesen Witterung ein Engpass an Frühkartoffeln.

Es scheint, als wolle Petrus seine Schleusen in diesem Jahr nicht mehr schliessen. Das Regenwetter machte den Frühkartoffeln zu schaffen, schreibt die Branchenorganisation Swisspatat in einem Communiqué. Die knappe Versorgungslage macht sich auch in der Schweiz bemerkbar. In diesem Jahr haben sich die Einfuhren bis jetzt massiv zurückgebildet.

Schweiz: 1,45 Fr./kg

Um den Markt, trotz eher durchzogenen Prognosen, möglicht rasch mit einheimischen Kartoffeln zu versorgen, wurde das Kaliber bis und mit Kalenderwoche 27 auf 30 bis 50 mm festgelegt. Ab der Woche 26 ist eine Umstellung auf vorwiegend schalenfeste Kartoffeln geplant. In der KW 28 wird das Kaliber auf 30 bis 60 mm erhöht.

  • Frühkartoffeln bis KW 27: CHF 1.45/kg inkl. MWSt
  • Qualität bis KW 25: nicht schalenfest, Kaliber 30 – 50mm
  • Qualität für KW 26 und 27: vorwiegend schalenfest, Kaliber 30 – 50mm

In Europa sind Vorräte aufgebraucht

Doch nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa führt die nasskalte Witterung zu einer Verzögerung bei der Frühkartoffelernte. Die deutsche Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) teilte am Mittwoch denn auch mit, dass die Versorgung in Europa Ende Mai seit Jahrzehnten nicht mehr knapp ausgefallen sei wie in diesem Jahr.

Die Vorräte aus den Lieferländern Israel und Ägypten sind bald aufgebraucht. Und wegen dem Regen erfolgten auch in Europa die Pflanzungen später als sonst, die Ernte verzögert sich damit. In sämtlichen EU-Staaten sowie in Russland und in der Ukraine werden aber Frühkartoffeln gesucht, schreibt AMI.

Und die „Negativmeldungen“ haben noch kein Ende. Aus Spanien, Italien, Belgien oder Deutschland werden kleinere Erträge erwartet. Probleme mit der Qualität und Stabilität seien bereits Tatsache, heisst es weiter.

Das wirkt sich auch auf den Preis aus. Normalerweise sinken die Preise um diese Jahreszeit. Nun gehen sie aber nur in einer Richtung – nach oben. Wie AMI ausführt, würden frachtfreie Packer schon über 70,00 Euro/dt (87 Fr./dt) gehandelt. Im Vorjahr waren es um dieselbe Zeit 50,00 Euro/dt (62 Fr./dt). In den Jahren zuvor lagen die Preise noch tiefer.

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