28.08.2017 09:29
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Europäischer Milchmarkt
Arla: Milchpreise steigen weiter
Der Chef des schwedisch-dänischen Milchkonzerns Arla, Peder Tuborgh, rechnet mit Engpässen bei Milch, Rahm und Butter. Die Preise dürften seiner Ansicht nach weiter steigen.

Tuborgh sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters eine deutliche Sprache. Es gäbe bereits jetzt einen grossen Mangel an Milchprodukten. Er rechne nicht damit, den Bedarf bis Weihnachten zu decken.«Nach dem Preisverfall im vergangenen Jahr ist die Milch in der ganzen Welt knapp geworden», sagt Tuborgh weiter. Die Preise auf dem Weltmarkt seien 28 Prozent höher als vor 12 Monaten. Durch den aktuellen Milch-Mangel seien die Preise gestiegen und würden auch noch weiter nach oben gehen, ist sich der Arla-Chef sicher.

Aufgrund der weltweit verbesserten Marktlage und der stark gestiegenen Notierungen am Fettmarkt konnte die Molkerei ihren Auszahlungspreis für Rohmilch gegenüber dem niedrigen Niveau des ersten Halbjahres 2016 im Mittel um 19 % auf 35,8 Cent/kg (40.8 Rp./kg) anheben. Im Juli und August hat Arla die Produzentenpreise weiter erhöht. Auch für September wird mit einem Anstieg gerechnet.

Tuborgh führt die Preisanstiege auf die tieferen Einlieferungen der Bauern zurück. Diese hätten nach der Krise von vergangenem Jahr die Produktion gedrosselt. Zudem beeinflusse nach der Aufhebung der Milchquote im Jahr 2015 Nachfrage und Angebot den Preis. Für das kommende Jahr geht der Arla-Chef davon aus, dass die Produktion 2 bis 3 Prozent erhöht wird. Wie sich die Preise weiterentwickeln, hängt Analysten zufolge vor allem vom Verlauf der nahenden Frühjahressaison in Neuseeland ab.  

Die Molkereigenossenschaft Arla Foods ist im Besitz von rund 12'000 Landwirten aus Schweden, Dänemark, Deutschland, Grossbritannien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Arla Produkte werden unter bekannten Markennamen wie Arla, Lurpak und Castello in mehr als 100 Ländern der Erde vertrieben. Arla verfügt über Produktionsstätten in zwölf Ländern und Vertriebsniederlassungen in insgesamt 30 Ländern. 

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