19.06.2020 08:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Rindfleisch
Australien exportiert weniger Rindfleisch
Die Rindfleisch-Ausfuhren in Australien werden in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen. Grund ist das kleinere Angebot.

Australien ist einer grössten Anbieter von Rindfleisch am Weltmarkt, doch werden die zur Verfügung stehenden Liefermengen in diesem Jahr deutlich kleiner ausfallen als üblich. Daten des australischen Landwirtschaftsministeriums zufolge nahm die Ausfuhr von Rind- und Kalbfleisch von Januar bis Mai gegenüber dem Vorjahreszeitraumum 11'870 Tonnen  oder 2,5% auf 457'180 Tonnen Frachtgewicht ab.

Herden verkleinert

Je weiter dabei das Jahr voranschritt, desto grösser wurde der Abstand zur vergleichbaren Vorjahresmenge; im Mai belief sich das Minus mit 98'565 Tonnen auf 6,6%. Der Branchenverband Meat & Livestock Australia (MLA) ging im April unter dem Eindruck der Corona-Pandemie davon aus, dass der gesamte australische Rindfleischexport in diesemJahr gegenüber 2019 um rund ein Fünftel auf 990'000 Tonnnen einbrechen könnte.

Die schwächere Nachfrage für Rindfleisch wegen der Corona-Folgen in vielen Ländern ist dafür aber nicht der Hauptgrund. Vielmehr fehlt es den Exporteuren schlicht am Angebot. Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit und Futterknappheit haben viele Farmer ihre Herden abgestockt. Zur Jahresmitte 2020 wird einBestand von nur noch 24,8 Millionen Tieren erwartet, das wären 11,6 % weniger als zwei Jahre zuvor.

Auf Niveau der 90er-Jahre

Zudem haben im Februar die lange vermissten Regenfälle eingesetzt und die Halter sind bestrebt, ihre Herdenwieder aufzustocken. Das wird das Schlachtviehangebot zusätzlich verringern. Im Mai wurden in einigen Bundesstaaten bis zu 15% weniger Rinder als im Vorjahresmonat geschlachtet; der MLA hält für das ganze Jahr einen Rückgang der erzeugten Rindfleischmenge um 16 % auf 2,05 Millionen Tonnen Schlachtgewicht (SG) für möglich.

Damit stände in Australien so wenig Rindfleisch zur Verfügung wie seit Mitte der neunziger Jahre nicht mehr. Betroffen von der Angebotsverknappung ist auch der wichtige Lebendexport von Rindern, der laut MLA-Prognose um rund 30% auf 900'000 Tiere sinken soll.

Japan

Japan bleibt wichtigster Kunde Bei genauem Blick auf die australischen Exportzahlen für Rindfleisch zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Japan als wichtigster Auslandskunde orderte von Januar bisMaimit 116'120 Tonnen gut 1% mehr Ware als imVorjahreszeitraum. Im April und Mai blieben die Exporte dorthin jedoch jeweils rund 10% unter der vergleichbaren Vorjahresmenge, weil Corona-Auflagen den Ausser-Haus-Verzehr in Restaurants lahm legten.

China

Wie im Vorjahr positiv entwickelte sich der australische Absatz von Rindfleisch in China, der gegenüber den ersten fünf Monaten von 2019 um 9,2 % auf 104'210 Tonnen wuchs. Damit hat China die USA als zweitwichtigste Destination abgelöst. Die Volksrepublik hat allerdings Mitte Mai vier bedeutenden Rindfleischanbietern in Australien den Marktzugang gesperrt.

USA

Die Ausfuhr in die Vereinigten Staaten nahm im Betrachtungszeitraum deutlich ab, und zwar um 14'300 Tonnen oder 13,9% auf 88'260 Tonnen. Im Mai fielen laut Analysten die Lieferungen gegenüber dem sehr schwachen Vormonat wieder umfangreicher aus, welcher im Zusammenhang mit der Schliessung von Schlachthöfen in den USA wegen Corona-Infektionen vonMitarbeitern stand.

Die US-Betriebe arbeiten nun aber wieder weitgehend normal, was den Bedarf wieder senken dürfte. Weniger Rindfleisch konnte auch nach Südkorea verkauft werden: Die dorthin verschiffte Menge nahm um 6,0 % auf 62'500 Tonnen ab. Die Europäische Union ist für Australiens Rindfleischexporteure eher ein kleiner Markt, die betreffende Liefermenge verringerte.

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