16.08.2018 09:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Fleischmarkt
Bell: Mehr Umsatz, weniger Gewinn
Der Fleischverarbeiter Bell hat im ersten Semester 2018 insbesondere dank der Übernahme des Ostschweizer Nahrungsmittelherstellers Hügli den Umsatz markant gesteigert. Auch der Absatz von Fleisch nahm zu. Die Gewinnzahlen fielen dagegen wegen des schwierigen Marktumfelds zurück.

Der Umsatz stieg um knapp 19 Prozent auf 2,10 Milliarden Franken und auch das Absatzvolumen legte um knapp 20 Prozent zu. Neben Akquisitionen haben aber auch Währungseffekte und ein organisches Wachstum zum Umsatzplus beigetragen, wie das mehrheitlich zu Coop gehörende Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Betriebsgewinn (EBIT) ging dagegen um knapp 16 Prozent auf 55,2 Millionen Franken zurück.

Massnahmen eingeleitet

Dass der Gewinn zurückgehen werde, hatte Bell bereits im Juli angekündigt. Das Wachstum im Schweizer Geschäft sei vor allem in Sortimenten und Absatzkanälen mit tieferen Margen erfolgt, begründet Bell den Gewinnrückgang. Und im internationalen Geschäft habe das Geflügelgeschäft unter höheren Futtermittelpreisen und gestiegenen Personalkosten gelitten.

Unter dem Strich fiel der Reingewinn unter anderem auch wegen eines Währungsverlusts von 1,4 Millionen Franken um knapp 18 Prozent auf 32,5 Millionen Franken. Um den Ergebnisrückgang aufzufangen, hat Bell nach eigenen Angaben in der Schweiz und in Österreich bereits verschiedene Massnahmen eingeleitet. Und auch die Reorganisationsmassnahmen bei Bell Deutschland und Bell Frankreich sollen weitergeführt werden.

Bell Schweiz legt zu

In der Schweiz legte Bell im ersten Halbjahr bei Umsatz und Absatz leicht zu. Bell Schweiz verkauft Waren in der Höhe von 995.5 Mio. Fr, 3.4 Prozent (33 Mio. Fr.) mehr als in der Vorjahresperiode. Das Absatzvolumen stieg um 1,3 Prozent auf 63,8 Millionen Kilogramm (+0,8 Mio. kg). Man habe in einem rückläufigen Markt zulegen können, hält Bell fest. 

Das Wachstum erfolgte im zweiten Quartal vor allem in margenschwächeren Sortimenten und Absatzkanälen, teilt Bell mit. Einen weiteren negativen Einfluss auf das operative Ergebnis hatten verschiedene Preisnachlässe im Retail- und Food-Service-Kanal sowie ein schwaches Ostergeschäft.

Österreich: Enttäuschendes Geflügelgeschäft

Bell Deutschland konnte durch gezielte Absatzförderungsmassnahmen das Absatzvolumen um 10,0 Prozent auf 37,3 Mi. Kilo erhöhen (+3,4 Mio. kg). Der Warenumsatz klettere um 38,1 Mio. Fr. (+17,7 %) auf 253 Mio. Fr.

Bell International konnte das Absatzvolumen um 2,2 Mio. Kilo auf 80,8 Mio. Kilo (+2,8 %) steigern. Der Warenumsatz kletterte um 36,1 Mio. Fr. (+12,3%) auf 328,9 Mio. Fr. Die Geschäftseinheiten in Frankreich, Polen und Ungarn verzeichneten im ersten Halbjahr 2018 positive Wachstumsraten und zeigen auch auf Stufe EBIT eine positive Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr.

Unter den Erwartungen blieb hingegen das Geflügelgeschäft in Österreich. Steigende Personalkosten und hohe Futtermittelpreise, die nur teilweise und verzögert an die Kunden weitergegeben werden konnten, reduzierten die Bruttogewinnmarge, schreibt Bell. Um dem Ergebnisrückgang entgegenzuwirken, wurden entsprechende Massnahmen sowie Preiserhöhungen eingeleitet.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE