26.09.2014 16:15
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Getreidemarkt
Brotgetreide: Müller fordern Importe
Der Dachverband der Schweizer Müller (DSM) geht davon aus, dass aufgrund der widrigen Wetterbedingungen des Sommers viel Brotgetreide zu Futtergetreide deklassiert werden muss. Sie erachten deshalb zusätzliche Importe für nötig.

Auch erfahrene Fachleute könnten sich nicht erinnern, dass die Witterungsbedingungen während der für die Brotgetreideernte wichtigen Periode jemals so schlecht waren wie dieses Jahr, schreibt der DSM in einer Medienmitteilung. Zwar wurden hohe Hektarerträge erzielt, doch führte das feuchte Wetter zu Auswuchs (Keimung noch auf dem Feld) von rund 25 Prozent. Das betroffene Getreide kann nicht mehr für die menschliche Ernährung genutzt werden und muss zu Futtergetreide für Tiere deklassiert werden. Für die Getreidebauern bedeute dies einerseits erhebliche finanzielle Einbussen, andererseits hätten sie Zusatzkosten (Trocknungsvorgang) zu tragen.

Nach Auffassung des Dachverbandes Schweizerischer Müller macht die sich abzeichnende Versorgungslücke im Getreidejahr 2014/2015 zusätzliche Importe notwendig. Die Mühlenwirtschaft sei zudem mit einem erntespezifischen ausserordentlichen Kostenschub konfrontiert, hält der Dachverband fest.

Für die Mühlenwirtschaft drängen sich folgende Sofortmassnahmen auf:

• Damit den Bäckern und der Backwarenindustrie Mehle zur Verfügung gestellt werden können, die deren Qualitätsanforderungen entsprechen, werden nur die hochwertigsten Weizenklassen/Sorten vermahlen.
• Zusätzlich beschränken sich die Importe (in üblichen Jahren 15 % des Gesamtbedarfs) ausschliesslich auf protein- und kleberreiche Weizenpartien, mit welchen das Mahlgut aus schweizerischer Herkunft qualitativ verbessert wird.
• Damit die tiefen Protein-/Kleberwerte, welche im Backprozess eine zentrale Bedeutung einnehmen, ausgeglichen werden können, müssen dem Weichweizenmehl maximale Dosierungen (3 %) von Trockenkleber (natürlicher Inhaltsstoff von Weizen) zugegeben werden.

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