7.07.2016 12:44
Quelle: schweizerbauer.ch - big
Butter
Butterlager auf 5-Jahres-Hoch
Die Butterlager türmen sich so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Bis Ende Jahr sollen sie exportiert und abgebaut sein.

Von Januar bis Mai 2016 wurden 5,9% mehr Butter produziert als im Vorjahr, wie der aktuelle Marktlagebericht Milch der Schweizer Milchproduzenten (SMP) zeigt. Die TSM Treuhand führt dies auf zusätzliche Mengen an Einschränkungsmilch zurück. Zwar wurde seit Jahresbeginn auch minim mehr Butter verkauft als im Vorjahr, aber nicht genug, um ein Anschwellen der Butterlager zu verhindern.

Diese türmten sich Mitte Juni mit 9'042 Tonnen so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Damals wurde mit 10'792 Tonnen der bisher absolute Höchststand aller Zeiten erreicht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt der Lagerbestand aktuell um 38,8% höher.  Auf die Frage, welche Massnahmen geplant sind, um die hohen Lager wieder abzubauen, antwortet Peter Ryser von der Branchenorganisation Butter: «Die Butterhersteller müssen in ihrer Planung die Überschussproduktion mit einbeziehen und dies mit den Lieferanten als C-Milch und C-Rahm vereinbaren und abrechnen. Sofern die Betriebe korrekt budgetiert und verhandelt haben, wird der diesjährige Überschuss bis Ende Jahr exportiert und damit die Lagerbestände wieder abgebaut.»

Die SMP wollen dem Butter-Problem einerseits durch Marketing für Rahm und Butter begegnen, damit diese nicht weiter durch Palmöl  substituiert werden. Zudem verlangen sie bei der Revision des Lebensmittelrechts, dass standardisierte Milch nicht weiter als «Vollmilch» angeboten werden darf.

Ziel müsse es aber vor allem sein, dass die Verarbeiter nur so viel Milch einkauften, wie sie über Produkte zu angemessenen Preisen vermarkten könnten. Die SMP fordern daher, dass nicht nachträglich nach Lageraufbau Regress auf die Milchproduzenten genommen wird. Um die Milchfettmenge deutlicher über die Bezahlung zu steuern, heisst es seit 2012 in den Eckpunkten zum Milchkauf, dass der Eiweissgehalt gegenüber dem Fettgehalt deutlich stärker zu gewichten ist. Durchgesetzt werden kann diese Vorgabe aber nicht.

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