24.11.2013 06:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchmarkt
China lockert Ein-Kind-Politik : Preise für Babymilchpulver steigen
Am internationalen Markt für Milcherzeugnisse haben sich die Preise trotz des saisonal großen Angebotes aus Neuseeland auf ihrem überdurchschnittlichen Niveau behaupten können. Einer der Gründe ist die Lockerung der Ein-Kind-Politik in China und damit die Erwartung, dass es mehr Babymilchpulver braucht.

Bei der jüngsten Auktion an der Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) legte der gewichtete Index aller umgesetzten Lieferkontrakte am Dienstag vergangener Woche sogar leicht um 0,1 % gegenüber dem vorherigen Termin von Anfang November zu. Insgesamt wurden acht Milcherzeugnisse gehandelt und Ware mit einem Produktgewicht von 52 300 t versteigert.

Cheddar Käse teurer

Festere Preistendenzen ergaben sich dabei vor allem für Cheddar Käse, dessen Lieferkontrakte sich gegenüber dem Monatsbeginn um durchschnittlich 4,5 % auf 4 584 $/t (3 388 Euro) verteuerten. Auch für Magermilchpulver waren die Käufer bereit, mehr Geld anzulegen; sie bezahlten für Ware mit Fälligkeiten bis Mai 2014 im Schnitt 4 583 $/t (3 387 Euro) und damit 0,7 % mehr als vor zwei Wochen.

In der Summe stabil blieben die Preise für Vollmilchpulver, das im Mittel 4 870 $/t (3 533 Euro) erlöste und im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt mit Aufschlägen von fast 50 % verkauft wurde. Wieder befestigt hat sich nach den deutlichen Abschlägen bei den beiden vorangehenden Versteigerungsrunden der Butterpreis. Die gehandelten Kontrakte für den Zeitraum Januar bis März 2014 brachten es im Schnitt auf 3 583 $/t (2 648 Euro); das waren 1,7 % mehr als Anfang November. Wasserfreies Milchfett wechselte dagegen bei der jüngsten Auktion zu 1,6 % niedrigeren Preisen den Besitzer. Die stärksten Abschläge waren bei der letzten GDT-Runde mit einem Minus von 5,4 % für Kaseinate zu verzeichnen, das im Durchschnitt aller Liefertermine zuletzt 9 418 $/t (6 961 Euro) erzielte.

Aktienkurse steigen wegen Lockerung der Ein-Kind-Politik

Marktexperten gehen davon aus, dass sich die Weltmarktpreise für Milcherzeugnisse weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau bewegen werden, da die Milchanlieferungen in Neuseeland saisonal bald wieder rückläufig und die globale Nachfrage weiterhin rege sein werden. Mittelfristig könnte die Lockerung der Ein-Kind-Politik in China den dortigen Bedarf erhöhen; mit den Aktienkursen der Hersteller von Babynahrung ging es zu Beginn der vergangenen Woche bereits nach oben.

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