22.02.2018 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - khe/blu
Nahrungsmittel
Coop «kämpft» gegen Nestlé
Wegen hohen Einkaufspreisen ruft Coop ein Bestellstopp bei Nestlé aus. Betroffen sind 150 Artikel. Mit dem Boykott von Nestlé-Produkten will Coop dem Waadtländer Nahrungsmittelhersteller bessere Lieferpreise abringen.

Vergangene Woche hat die «Handelszeitung» enthüllt, dass Coop für 150 Nestlé-Produkte einen Bestellstopp verfügt hat. Nun verkauft Coop einige Produkte zum Rabattpreis. Der Stopp gilt seit vergangener Woche für alle gekühlten Thomy-Salatsaucen. Am Montag folgten Cailler Perles, Nescafé Azera und Buitoni La Fina. Diese Produkte wird Coop mit einem Rabatt von 50 Prozent ausverkaufen.

Das soll Nestlé schwächen: «Dank der Aktion sind die Regale schneller leer. Dies stärkt unsere Verhandlungsposition gegenüber Nestlé», sagt Coop-Sprecherin Andrea Bergmann. Welche Bedingungen sich der Konzern aushandeln will, verschweigt Coop jedoch. Klar ist: Der Detailhändler führt den Kampf gegen Nestlé vor allem für das eigene Portemonnaie. Der Konzern fühlt sich gegenüber dem Ausland und anderen Abnehmern benachteiligt.

Statt sich als Vorkämpfer für billigere Preise aufzuspielen, gibt sich der Detailhandels-Riese überraschend defensiv: «Ob und inwieweit wir die betroffenen Nestlé-Produkte zu einem tieferen Preis anbieten können, steht noch nicht fest», sagt Bergmann. «Wir setzen uns für bessere Lieferkonditionen ein und haben dies nirgends aktiv kommuniziert.»

Die europäische Händlerallianz Agecore, zu der neben Coop auch Edeka aus Deutschland und Intermarché aus Frankreich gehören, will mit einem Bestellstopp bessere Konditionen erzwingen. Betroffen sind etwa Marken wie Nescafé, Maggi, Thomy, Vittel und San Pellegrino.

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