Montag, 27. Juni 2022
12.02.2019 15:30
Fleischmarkt

Coop krebst teilweise zurück

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Von: blu/big

Ende 2018 hatte Coop angekündigt, das Naturafarm-Programm bei Kälbern zu beenden und bei den Schweinen zurückzufahren. Nun haben der Schweizer Bauernverband (SBV) und die betroffenen Organisationen mit Coop eine Lösung gefunden. Coop verschiebt den Termin ein Jahr nach hinten.

Der Druck von Bauernverbänden, Tierschutz und Tierärzten haben mit der nun angekündigten Lösung teilweise Wirkung gezeigt. Nach der Ankündigung Mitte Dezember zeigten sich die Verbände und Händler entrüstet. «Das ist ein Rückschritt für das Tierwohl in der Schweizer Landwirtschaft und ein sehr grosses Problem für die Bauernfamilien, die entsprechende Investitionen getätigt haben», liess der Bauernverband verlauten.

Härtefonds

In den vergangenen Tagen wurde ein runder Tisch mit Vertretern von Coop, dem Schweizer Bauernverband, dem Kälbermästerverband, dem Viehhändlerverband und der Gefu Swisskalb AG, der Hauptlieferantin von CNf-Kälbern, einberufen. Dabei konnte erreicht werden, dass Coop teilweise von ihren Ankündigungen abkommt. Der SBV, die betroffenen Produzentenorganisationen und der Viehhandel hätten mit Coop das Gespräch gesucht, heisst es in einer Mitteilung des Bauernverbandes von Dienstag. Nach harten, aber fairen Verhandlungen hätten nun korrekte Lösungen für die betroffenen Bauernfamilien resultiert, lässt der SBV verlauten.

So bleiben die Zuschläge für Naturafarm bis Ende 2020 bestehen und alle Vermittler können weiterhin liefern. Coop schafft zudem einen Fonds zur Verhinderung von Härtefällen in der Höhe von 1,9 Millionen Franken. Daraus entschädigt der Detailhändler Produzenten, die aus dem Programm fallen. 2020 wird aber die Menge an Naturafarm-Kälbern um 50 Prozent reduziert. 

Absatz schwächer als erwartet

Mitte Dezember sorgte Coop für einen Pauckenschlag. Die Detailhändlerin gab bekannt, bis Ende 2019 das Naturafarm-Label bei den Kälbern einzustellen. Bereits per 1. Juni 2019 würden die Mengen an CNf-Kälbern halbiert und der Zuschlag für Gesundheitstränker von 75 auf 50 Franken gesenkt. Bei den CNf-Schweinen sollte nicht nur die Abnahmemenge reduziert werden, sondern auch die Prämie für die Mäster. Bis Ende 2019 sollte die Menge der CNf-Schweine um 30% reduziert werden, das wäre deutlich mehr als die einst angekündigten 13%. Die Prämie sollte laut dem Informationsschreiben ab Ende 2019 noch zwischen 20 und 50 Rappen zu liegen kommen. Dieser Entscheid wird nun ein Jahr nach hinten geschoben.

Coop-Sprecher Urs Meier begründete den Entscheid damals mit dem sinkenden Kalb- und Schweinefleischkonsum. Gemäss den Baslern lag das Problem zudem im grossen Labelfleisch-Angebot und der Nachfrage, die sich schwächer entwickelt habe als erwartet. Am Entscheid von Coop, das Naturafarm-Programm zu beenden, ändert sich nichts. Statt Naturafarm-Kalbfleisch dürfte sich Coop ab 2021 wie angekündigt auf Natura-Veal-Kalbfleisch aus Mutterkuhhaltung konzentrieren. 

Naturafarm auf Coop-Website

«Naturafarm ist unser Bekenntnis zum Tierwohl. Tiere auf Naturafarm-Höfen können sich frei bewegen und nach draussen gehen. Im Stall gibt es separate Bereiche, wo sie fressen, schlafen und spielen können», schreibt Coop auf ihrer Webseite. Naturafarm ist Teil des Coop-Engagements «Taten statt Worte».

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