19.04.2017 16:20
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Detailhandel
Coop mit «Maden-Monopol»
Ab dem 1. Mai 2017 ist der Handel und Verkauf von Insekten erlaubt. Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken landen ab diesem Zeitpunkt legal auf Schweizer Tellern. Coop ist aber der einzige Detailhändler, der solche Produkte ab Anfang Mai verkaufen wird.

Bisher benötigten alle im Lebensmittelrecht nicht erwähnten Lebensmittel eine Bewilligung. Neu dürfen sie verkauft und gehandelt werden, sofern sie sicher sind und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Fast drei Jahre nach der Verabschiedung des Lebensmittelgesetzes durch das Parlament setzt die Regierung dieses und damit einhergehende Verordnungen per 1. Mai 2017 in Kraft.

Coop startet im Mai

Das neue Recht erhöhe die Transparenz, schütze die Bevölkerung besser vor Täuschung und vereinfache den Handel, liess der Bundesrat verlauten. Eine Zulassungspflicht sorge bei neuartigen Lebensmitteln wie beispielsweise Proteinextrakten aus Insekten dafür, dass die Sicherheit gewährleistet sei, so die Landesregierung.

Das Interesse vonseiten des Detailhandels ist mässig bis gering, wie die «Handelszeitung» in einer Vorabmeldung berichtet. Lediglich Coop wird bereits erste Produkte ins Sortiment aufnehmen. «Wir werden im Verlaufe des Monats Mai die ersten Produkte, welche auf Insekten basieren, in unseren Supermärkten anbieten», sagt Mediensprecher Ramon Gander. Darunter fallen ein Burger und Hackbällchen.

Interesse sonst gering

Keine Pläne für die Einlistung solcher Produkte verfolgen Aldi, Lidl und Volg. Damit haben die Basler praktisch ein «Maden-Monopol». Nur Erzrivale Migros verfolgt derzeit zaghafte Versuche, Coop Paroli zu bieten. Die Migros-Tochter Micarna hat die Stelle eines «Produktmanagers Insekten» besetzen können.

Das Unternehmen gibt sich gegenüber der «Handelszeitung» wortkarg. Die Position wurde durch eine externe Person besetzt, Arbeitsort ist der Unternehmenshauptsitz in Courtepin FR. Sowohl der neue Produktmanager als auch das Unternehmen würden die kommenden Wochen dazu nutzen, «um in Ruhe die neuen Aufgaben kennenzulernen», sagte Micarna-Sprecherin Deborah Rutz. Bei der Migros eilt es also im Gegensatz zu Coop mit dem Verkauf von Insekten-Burger nicht.

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