29.05.2019 15:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Cremo mit Millionenverlust
Der Freiburger Milchverarbeiter hat im Geschäftsjahr 2018 einen Verlust von rund 7,5 Millionen Franken eingefahren. Stützungsmassnahmen zugunsten der Milchbauern hätten Mehrkosten verursacht, teilt das Unternehmen mit. Für das laufenden Jahr ist Cremo zuversichtlich.

Nach 2017 schreiben die Freiburger nun also auch im vergangenen Jahr rote Zahlen. Gemäss Mitteilung massgeblich dazu beigetragen haben die tiefen Milchproteinpreisen. Diese seien an den internationalen Märkten historisch tief.

Zusätzlicher Rohstoffaufwand

Das tiefe Preisniveau liess die Erträge im Export sinken. Zudem hat Cremo 2018 «Stützungsmassnahme zugunsten der Milchproduzenten» vorgenommen. Diese hätten für entsprechende Mehrkosten gesorgt, teilt das Unternehmen mit. «Trotz dieses schwierigen Umfelds stützte Cremo den Proteinpreis mit einem Mindestpreis von 3 Fr. pro kg Protein, um ihre Lieferanten zu unterstützen, obwohl der anhand des normalen Schemas berechnete Preis manchmal tiefer als 1 Fr. la», schreibt Cremo im Jahresbericht.

Diese Stützungsmassnahme verursachte einen zusätzlichen Rohstoffaufwand von 6 Millionen Franken. Der Proteinexport stelle aber eine Notwendigkeit dar, da der Schweizer Markt bloss einen Teil der gesamten Proteinmenge absorbieren könne, hält Cremo fest.

Tiefe Proteinpreise

Trotz praktisch unveränderter Milchmenge konnte der Jahresumsatz von 2017 nicht erreicht werden. 2018 wurden 475,21 Millionen Franken Umsatz generiert, 24 Millionen weniger als im Vorjahr. Dieser Umsatzrückgang erklärt Cremo hauptsächlich mit den «extrem» tiefen Proteinpreisen auf den internationalen Märkten. Diese sanken über das ganze Jahr hinweg um 20 %. Während der Butterpreis auf den internationalen Märkten einen starken Rückgang um etwa 7,5% verzeichnete, nahm er in der Schweiz um etwa 2,5% zu.

Das Ergebnis vor Abzug der Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 13 Mio. Fr. (-4,2 Mio. Fr. gegenüber 2017). Cremo schloss das Geschäftsjahr 2018 mit einem Verlust von 7,49 Millionen Franken ab. «Dieses negative Jahresergebnis steht im Kontrast zur guten finanziellen Gesundheit des Unternehmens und den gewichtigen Investitionen, welche Cremo im Laufe des vergangenen Jahres tätigte», hält Cremo fest. Die Eigenkapitalquote liege bei 56,4% und damit leicht höher als 2017.

Cremo verarbeite 2018 407 Millionen Kilo Milch (-0,8% gegenüber 2017), 14 Millionen davon war Biomilch, 34 Millionen silofrei produziert. Grösster Lieferant war die Mooh mit 124 Millionen Kilo, 82 Millionen von Aaremilch. Der grösste Teil war Stammmilch im Umfang von 182 Millionen Kilo.

Zuversichtlich für 2019

Für das laufende Jahr zeigt sich der Milchverarbeiter zuversichtlich. Dank des Anstiegs der Proteinpreise auf den internationalen Märkten Ende Jahr hätten sich nicht nur die Bedingungen für den Proteinexport verbessert. Auch die Stützungsmassnahme hätten aufgehoben werden können, hält Cremo fest.

Cremo tätigte 2018 Investitionen von über 30 Millionen Franken. So wurde eine neu Abfüllanlage Tetra Pak- Abfüllanlage am Produktionsort Mont-sur-Lausanne errichtet. Das Pulverwerk in Villars-sur-Glâne FR wurde ebenfalls erweitert. Die Inbetriebnahme des neuen Trocknungsturms ermögliche die Stilllegung einer der beiden in die Jahre gekommenen Trockungstürme im waadtländischen Lucens. Auch die neue Molkerei in Lyss bringe Cremo neuen Schub, so der Milchverarbeiter.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE