28.09.2020 10:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
D: Obstverarbeiter schlagen Alarm
Wegen „katastrophaler“ Einbrüche der Obsternte in Europa und „deutlicher Preissteigerungen“ hat der deutsche Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) die „Alarmstufe Rot“ ausgerufen.

Bedingt durch die Corona-Krise fehlten den Obstverarbeitern in dieser Saison die Erntehelfer, beklagte BOGK-Geschäftsführer Werner Koch vergangene Woche in Bonn.

Allein in Deutschland habe das Beerenobst mit nur 70% des eigentlich benötigten Personals gepflückt werden müssen. Zudem sei ein erheblicher Aufwand für den Infektionsschutz entstanden, beispielsweise durch erhöhte Einreisekosten für die Erntehelfer und deren separate Unterbringung. Laut Koch ist die Situation in diesem Jahr insgesamt noch extremer als 2019.

Beispielsweise sei die bulgarische Aprikosenernte im Vergleich zum Vorjahr um 80% zurückgegangen. Ausserdem sei die serbische Himbeerproduktion um 20% geschrumpft und die polnische Erdbeererzeugung um 30%. In Zentral-und Osteuropa hätten vor allem übermässige Regenfälle Qualitätsprobleme verursacht. So seien die Erträge von Erdbeeren in Polen und von Aprikosen in Spanien deutlich durch Schimmel beeinträchtigt worden.

Die grössten Preissteigerungen verzeichnete der BOGK für Himbeeren und Schwarze Johannisbeeren, womit sich die Tendenz aus dem vergangenen Jahr unter dem Strich fortgesetzt habe. Zudem habe die umfangreiche Nachfrage nach frischem Obst die Verfügbarkeit für die Verarbeitungsindustrie weiter eingeschränkt. „Die Preise für bestimmte Obstarten haben sich in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdoppelt“, resümierte Koch.

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