12.05.2017 13:33
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Detailhandel
Demeter: Grossverteiler bauen aus
Im vergangenen Herbst gab Demeter Schweiz bekannt, ihre Produkte auch über Coop und Migros zu verkaufen. Der Fachhandel konnte nicht mehr sämtliche Produkte absetzen. Die Zusammenarbeit scheint sich zu lohnen. Die Grossverteiler wollen das Angebot an Demeter-Produkten ausbauen.

Biologisch produzierte Lebensmittel stehen hoch in der Gunst der Konsumenten. Die Umsätze und die Absatzvolumen steigen jährlich. Treiber des Wachstums sind die Grossverteiler – insbesondere Coop und Migros. Sie befriedigen so ein Bedürfnis ihrer Kunden, zudem gehören nachhaltige Produkte zu den wenigen Wachstumstreibern.

Fachhandel hat zu kämpfen


Produkte von Demeter gab es bis im vergangenen Spätherbst bei Coop und Migros nicht zu kaufen. Die nach den Demeter-Richtlinien produzierenden Bauern belieferten vor allem den Biofachhandel (Drogerien, Reformhäuser, Bioläden). Gut zwei Drittel der Demeter-Produkte werden dort abgesetzt. Rund ein Drittel verkaufen die Bauern direkt ab Hof.

Doch der Biofachhandel hat zu kämpfen. Er verliert an Terrain. Die Umsätze wandern zu den Grossverteilern. Das wirkte sich auch auf die Demeter-Produzenten aus. In den vergangenen vier Jahren konnten nicht alle biologisch-dynamisch produzierten Nahrungsmittel im Fachhandel abgesetzt werden konnten. Ein Teil davon musste unter dem «weicheren» Biolabel «Knospe» verkauft werden, berichtete die Nachrichtenagentur SDA im September 2016.

Demeter ins Luxussegment gerutscht

2014 wurden beispielsweise 100 Tonnen Obst, 50 Tonnen Fleisch und knapp 80 Tonnen Lager- und Frischgemüse unter dem Knospe-Label von Bio Suisse verkauft. Für die Demeter-Bauern hat dies finanzielle Einbusse zur Folge.

Die biologisch-dynamische Landwirtschaft gibt es in der Schweiz schon seit fast hundert Jahren. Bereits im Jahre 1937 haben sich die Bauern zum Verein für biologisch-dynamische Landwirtschaft zusammengeschlossen. Die Anforderungen gehen teilweise noch über diejenigen der Knospe, das Label der Bio Suisse, hinaus. So darf zum Beispiel die Demeter-Milch weder homogenisiert, sterilisiert oder zu UHT-Milch verarbeitet werden. Demeter ist das älteste Ökolabel weltweit und geht auf den Anthroposophen Rudolf Steiner (1861-1925) zurück. In der Schweiz zählt Demeter 280 Betriebe als aktive Mitglieder.

Der Biofachhandel gilt eher als hochpreisig. «Demeter ist in den letzten Jahrzehnten vermehrt in ein Luxussegment gerutscht. Das wollen wir ändern», begründete Christian Butscher, Geschäftsleiter von Demeter Schweiz die Annäherung an die Grossverteiler. Eine Discounter-Schiene wolle man aber nicht fahren.

Im Herbst starteten Coop und Migros mit dem Verkauf von ersten Produkten. Die Migros Zürich listete im Oktober 17 Demeter-Produkte in neun ihrer 100 Supermärkte ein. Es handelte sich vor allem um Frischprodukte wie Früchte, Gemüse, Brot, Milch und Milchprodukte. Coop nahm im November in 60 Supermärkten der Verkaufsregion Nordwestschweiz-Zentralschweiz-Zürich Produkte ins Sortiment auf. Die Testphase wurde auf 6 Monate ausgelegt.

Coop und Migros wollen ausbauen

Die Phase ist nun erfolgreich abgeschlossen worden, wie Demeter Schweiz in einem Communiqué mitteilt. Die neuen Produkte wurden von den Konsumenten bei Coop und Migros gut aufgenommen, heisst es weiter. Der Schritt in die Grossverteiler habe für das Label, das für hochqualitative Bio-Produkte steht und im Bio-Markt einen Nischenplatz besetzt, neue Perspektiven eröffnet, betont Demeter Schweiz.

Coop hält fest, dass die Kunden die Produkte sehr gut aufgenommen hätten. Besonders die Demeter-Milch «erfreue» sich grosser Beliebtheit. Coop vermarktet die Produkte unter dem eigenen Label Naturaplan. Man wolle damit einen Beitrag zur weiteren Förderung der Schweizer Bio-Landwirtschaft leisten, so der Detailhändler. Coop will nun die Demeter-Produkte in weiteren Filialen anbieten. Zudem soll das Produktesortiment ausgebaut werden.

Auch die Migros Zürich ist mit dem Versuch zufrieden. Der Ausbau des bereits bestehenden Demeter-Angebots um etwa 20 Produkte aus den Frische-Sortimenten Molkerei, Eier, Früchte und Gemüse sowie Brot habe bei den Kunden grossen Anklang gefunden. Gleiches treffe auch für die national angebotenen Demeter-Produkte in den Alnatura Läden zu, schreibt die Migros Zürich. Nun soll das Sortiment ausgebaut und in weiteren Filialen eingelistet werden. 

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