5.09.2013 09:14
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Dünger
Düngerpreise fallen
Am Montag hat die Fenaco die neuen Düngerrichtpreise veröffentlicht. Die Stickstoffdünger sind dank einem grossen Angebot deutlich billiger als letztes Jahr. Harnstoff ist über Fr. 10.–, Ammonsalpeter gut Fr.3.– günstiger.

Bereits seit dem 15. Juli kann im Vorbezug Dünger gekauft werden. Dies jedoch, ohne den genauen Preis zu kennen, dafür mit einem zugesicherten Rabatt von 50 Rappen auf die Anfang September publizierten Preise. Laut Andreas Fiechter, Verkaufs- und Marketingleiter von der Agroline AG, lief der Verkauf im August gut: «Wir sind zufrieden.»

Weltweit grosses Angebot

Nun sind die Preise bis und mit Oktober bekannt. Ammonsalpeter 27,5% N kostet Fr. 45.05 pro 100 kg franko Hof und ist damit gegenüber dem Vorjahr Fr. 3.05 günstiger. Beim Harnstoff ist der Preisrückgang mit Fr. 10.25 noch markanter. «Es herrscht ein internationales Überangebot an Harnstoff», so Fiechter. Hauptgrund sei China, welches seinen Exportzoll auf Stickstoffdünger gestrichen habe und nun grosse Mengen auf den Weltmarkt bringe.

Hingegen hätten einige Harnstoffwerke den Betrieb bereits eingestellt, da die Energie zu teuer sei, um den billigen Harnstoff zu produzieren, gibt Hansueli Schaufelberger, Verkaufsleiter der Landor, zu bedenken. «Die Preise werden also vermutlich nicht noch viel tiefer sinken.» Man sei bewusst mit einem tiefen Preis in den Vorverkauf eingestiegen, damit sich die Einkäufe im Vorverkauf für den Landwirt und den Handel lohnen.

Zudem müsse für die Voreinlagerung eine marktgerechte Entschädigung in Form von höheren Preisen im Frühling realisierbar sein. Auch Fiechter von der Agroline betont: «In den letzten Jahren ist es nie vorgekommen, dass der Dünger im Frühling günstiger war als im Vorbezug.» Im Oktober gibt es jeweils einen Zuschlag von Fr. 0.50/100 kg auf die aktuellen Düngerpreise, bevor im November die neuen Preise festgelegt werden.

Preiseinbruch beim Kali

«Wir empfehlen ausdrücklich, nur das Vorverkaufssortiment, das heisst Stickstoff- und stickstoffbetonte Dünger, jetzt zu bestellen», so Fiechter. Gemäss verschiedenen Quellen ist insbesondere beim Kali ein Preisrückgang im Herbst zu erwarten. Bereits letztes Jahr hätte die internationale Vereinigung der Düngerhersteller für 2016 eine Überproduktion an Kalidünger von 20% vorausgesagt, schreibt das Agrarmagazin «DLG». Der weltgrösste Produzent, die russische Firma Uralkali, kündete kürzlich an, seine Kapazitäten voll auszulasten und 2,5 Mio. t Kali zusätzlich auf den Markt zu bringen.

Aber auch bei den Stickstoffdüngern spreche alles dafür, dass die internationalen Preise noch weiter fallen, so «DLG». Die Firma Yara, eine der weltweit grössten Stickstoffdüngerherstellerinnen, schreibt jedoch auf Anfrage, dass sie in den nächsten Monaten von stabilen Stickstoffpreisen ausgehe. Mit dem zunehmenden Verbrauch im Frühjahr 2014 könnten die Preise wieder ansteigen.

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