2.05.2018 12:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Detailhandel
Durchbruch bei Coop und Nestlé
Nach wochenlangen Boykotten von Nestlé-Produkten hat sich Nestlé im Streit um künftige Einkaufspreise mit sechs europäischen Einzelhändlern, darunter Coop, geeinigt. Coop will tiefere Preise an die Kunden weitergeben.

Die Einigung, die Nestlé mit der Händlerallianz Agecore um Edeka und Coop erzielte, ist das Resultat von mehrwöchigen Verhandlungen, denen Boykotte von Nestlé-Produkten vorangegangen sind. Bei Coop fehlten rund 200 Nestlé-Produkte in den Regalen.

Bis zu 30 Prozent Rabatt

Nestlé teilte mit, sie begrüsse die Tatsache, dass eine ausgewogene Einigung mit Agecore erzielt worden sei, und dass die ganze Palette der Nestlé-Produkte bald wieder bei Coop sowie den anderen Mitgliedern der Europäischen Händlerallianz erhältlich sein würden. Coop bestätigte die Einigung und gab am Mittwoch bekannt: «Das Ergebnis der Verhandlungen werden wir unseren Kunden weitergeben in Form von grossen, attraktiven Aktionen auf allen Nestlé-Produktegruppen.»

Konkret werde Mitte Mai beispielsweise für zwei Wochen eine grosse Aktion mit bis zu 30 Prozent Rabatt auf über 500 Nestlé-Produkte lanciert. Darunter befänden sich unter anderem die Marken Thomy, Leisi, Mövenpick, Findus und Nescafé.

Substanzielle Aktionen

Eine weitere Promotion in dieser Grösse sei für die kommenden Monate geplant, so Coop. Von einer generellen langfristigen Preisreduktion ausserhalb der Promotionen war keine Rede. Coop-Sprecher Urs Meier erklärt: «Wir investieren den Verhandlungserfolg ganz gezielt dort, wo er für unsere Kunden spürbar ist und am meisten Wirkung für sie hat.»

Dabei fokussiere Coop auf substanzielle Aktionen auf Hunderten von Nestlé-Produkten mit sehr hohen Einsparungsmöglichkeiten für die Kunden. Coop beabsichtigt, die ausgelisteten Artikel in den nächsten Tagen schrittweise in die Regale zurückbringen.

Einkaufsvolumen von rund 145 Milliarden Euro

Um den Druck auf den Schweizer Nahrungsmittelmulti zu erhöhen, hatten die Einzelhändler Nestlé-Produkte aus den Regalen genommen. Deutschlands grösster Lebensmittelhändler hatte sich mit europäischen Partnern wie Intermarché, Coop Schweiz oder Colruyt verbündet, um Nestlé zu Zugeständnissen bei Preisen und Konditionen zu zwingen und so seine Kosten im Einkauf zu senken.

Die Handelsunternehmen um Edeka stehen für ein jährliches Einkaufsvolumen von rund 145 Milliarden Euro. Nestlé hat durch den Boykott nicht näher bezifferte Umsatzeinbussen erlitten.

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