Samstag, 23. Januar 2021
11.03.2020 10:05
Wirtschaft

Emmi baut veganes Sortiment aus

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Der grösste Schweizer Milchverarbeiter forciert den Ausbau seines pflanzenbasierten Sortiments. Nach dem veganen Caffè Latte-Drink werden nun unter der Produkteline Beleaf Jogurtalternativen, Drinks und Shakes angeboten. Emmi strebt in dieser Nische Wachstum an.

Die Lancierung eines veganen Mischgetränks durch Emmi schlug hohe Wellen. An der Lebensmittelmesse Anuga in Köln (D) von vergangenem Herbst wurde das Produkt vorgestellt.

Caffè Latte aus Mandelmilch

Der Kaffee wird nicht mit Kuhmilch, sondern mit Mandelmilch gemischt. «Damit bedient Emmi den wachsenden Trend nach veganen Produkten», teilte Emmi Deutschland damals mit. Beim Almond Macchiato stehe die brasilianische Kaffeeherkunft und die vegane Kennzeichnung im Fokus, hiess es weiter.

Das jüngste Mitglied der Caffè-Latte-Familie soll ab Frühling 2020 auch in der Schweiz erhältlich sein. Den Entscheid, eine Marke für vegane Produkte zu lancieren, begründete Emmi im November 2019 gegenüber «Schweizer Bauer» damit, dass die Bearbeitung von attraktiven Nischen zur Strategie von Emmi gehöre.  

Von Konsumenten gefordert

Gegenüber schweizerbauer.ch nannte Sprecherin Sibylle Umiker Ende November 2019 drei Gründe, weshalb vegane Produkte für den grössten Schweizer Milchverarbeiter attraktiv sind: «Erstens werden solche Produkte ganz klar vom Konsumenten gefordert. Zweitens kann Emmi so ihre Innovationsführerschaft in der Schweiz unterstreichen. Und drittens können mit zusätzlichen pflanzenbasierten Produkten die bei Emmi vorhandenen Kompetenzen und Kapazitäten noch besser ausgenutzt werden.»

Und nun legt der grösste Schweizer Milchverarbeiter nach. Er lanciert eine neue Produktlinie mit dem Namen Beleaf. Produziert werden pflanzenbasierte Jogurtalternativen, Drinks und Shakes auf Mandel- oder Haferbasis. «Die neue Produkte bieten noch mehr Vielfalt für alle, die Wert auf eine abwechslungsreiche Ernährung legen», schreibt Emmi in einer Mitteilung am Mittwoch. 

Wirtschaftliche Notwendigkeit

Emmi will bei veganen Produkten ein Stück vom Kuchen abschneiden. Denn das Unternehmen geht davon aus, dass sich immer mehr Menschen vegetarisch oder vegan ernähren werden. Oder zumindest ab und zu. Doch vegane Produkte werden für Emmi mehr als eine attraktive Nische. Der Konzern wählt unmissverständliche Worte.

«Der anhaltende Trend hin zu vegetarischer oder veganer Ernährung macht es zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit, an dieser Entwicklung teilzuhaben», macht Emmi-Chef Urs Riedener deutlich. Emmi habe einerseits die Produktionsanlagen und andererseits ein grosses Wissen rund um pflanzenbasierte Nahrungsmittel. Riedener sagt weiter, man verfolge die Strategie der frühen Besetzung von Nischen konsequent weiter und stärke damit den Wirtschaftsstandort Schweiz

Landwirtschaft soll profitieren

Emmi ist sich bewusst, dass vor allem seine Lieferanten und Besitzer, die Landwirte, der Lancierung kritische gegenüber stehen könnten. Die Frage sei nicht, ob inskünftig mehr vegane Produkte konsumiert werden oder nicht, sondern lediglich, wie die Schweizer Wirtschaft und auch die Landwirtschaft von diesem Trend profitieren können, stellte Sprecherin Umiker bereits im vergangenen November klar.

Das Milchgeschäft soll jedoch das Kerngeschäft bleiben, beteuert Maketingchef Thomas Morf, in der Mitteilung von Mittwoch: «Wenn Konsumenten heute von Zeit zu Zeit zu pflanzenbasierten Produkten greifen, soll ein Emmi Produkt im Einkaufswagen landen, das durch guten Geschmack überzeugt.»

Für Emmi sind vegane Produkte nicht ganz Neuland. Das Unternehmen produziert Milchprodukte aus Soja, Mandeln und Lupinen. «Dies jedoch nur für Drittkunden und nicht unter der Marke Emmi», berichtete der Tagesanzeiger 2016. Die Mehrheitsbeteiligung am österreichischen Bio-Unternehmen Hale hat diesen Bereich weiter gestärkt.

Zur Emmi Gruppe zählen in der Schweiz 25 Produktionsbetriebe. Im Ausland ist das Unternehmen mit Tochtergesellschaften in 14 Ländern präsent; in sieben davon mit Produktionsstätten. Aus der Schweiz heraus exportiert Emmi Produkte in rund 60 Länder. Schwerpunkte der Geschäftsaktivitäten bilden – neben dem Heimmarkt Schweiz – Westeuropa sowie der amerikanische Kontinent. Der Umsatz von 3,5 Milliarden Schweizer Franken – über 10% davon mit Bio-Produkten – verteilt sich zu 47% auf die Schweiz und zu 53% auf das Ausland. Deutschland ist für Emmi einer der wichtigsten Auslandsmärkte. pd

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