28.08.2013 10:31
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Emmi
Emmi: Internationales Geschäft stützt
Der grösste Milchverarbeiter der Schweiz konnte im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr den Umsatz um 17 Prozent auf 1,57 Mrd. Franken steigern. Der Reingewinn hingegen reduzierte sich leicht und damit auch die Marge. Die Ziele für 2013 sollen aber erreicht werden. Und beim Umsatz wird 43 Prozent im Ausland generiert.

Auf den ersten Blick sieht das Ergebnis der Innerschweizer sehr gut aus. Im Vergleich zu 2012 konnte Emmi in den ersten sechs Monaten beim Umsatz deutlich zulegen. Das bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 5,3% auf 65 Mio. Fr., während sich der bereinigte Reingewinn um 0,8% auf 39 Mio. Fr. reduzierte. Dies drückte auch auf die Margen. Die EBIT-Marge sank auf 4,2% (2012: 4,6%), die Reingewinnmarge auf 2,5 % (Vorjahr 2,9 %).

Preiserhöhungen nur verzögert

Emmi sieht sich in ihren Prognosen bestätigt. Der Preisdruck sei – und das nicht nur im Heimmarkt Schweiz - gross und dies bei allgemein steigenden Milchpreisen. „Diese gegenläufigen Entwicklungen haben sich auf die Ertragssituation ausgewirkt, da Preiserhöhungen in verschiedenen Märkten nur mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung realisiert werden können“, schreibt Emmi in einem Communiqué am Mittwoch.

Die Geschäfte entwickelten sich aber sehr unterschiedlich. In Südeuropa, hier übernahm Emmi unter anderem die Mehrheit (2012) von Kaiku, kam das Geschäft aufgrund der Wirtschaftskrise ins Stocken. Dank Beteiligungen und Übernahmen haben die Innerschweizer auch Zugriff auf neue Märkte wie Tunesien und Chile "gekauft". Und mit diesen neuen Märkten ist Emmi zufrieden. Auch das internationale Käsegeschäft entwickelt sich prächtig. Weiter Marktanteile verliert der Milchverarbeiter auf dem Heimmarkt.

Emmi-Chef Urs Riedener lässt sich wie folgt zitieren: "Die Umsatzentwicklung in unserem Kerngeschäft ist auf Kurs. Die Erträge sind nicht ganz unerwartet durch den starken Wettbewerb, besonders im Heimmarkt Schweiz, geprägt. Trotzdem werden wir die für 2013 gesetzten Umsatz- und Ertragsziele erreichen."

Rückläufiger Heimmarkt

Erneut zu kämpfen hat der grösste Schweizer Milchverarbeiter auf dem Heimmarkt. Seit Jahren verliert dieser an Marktanteilen. So machen ausländische Anbieter wie Danone Emmi das Geschäft schwer. Aber auch inländische Anbieter wie Nestlé – die mit Importen und Schweizer Produkten in den Markt drängen – machen den Innerschweizer zu schaffen. So verringerte sich der Umsatz in der Schweiz um 1,6 % auf 890,5 Mio. Fr. zurück (2012: 905,3 Mio. Fr.). Der Verkauf der Nutrifrais-Anteile ist hierbei inkludiert.

Bereinigt um diesen Effekt sank der Marktanteil in den ersten sechs Monaten um 1,1 Prozent. Der Rückgang sei geringer ausgefallen als erwartet. Wie Emmi mitteilt, habe sich der Schweizer Detailhandelsumsatz bei Milchprodukten im 1. Halbjahr 2013 wertmässig um 2,7% zurückgebildet. Der Milchverarbeiter habe ihren Marktanteil „im Kerngeschäft Detailhandel“ damit leicht ausbauen können. Wachstumstreiber im Schweizer Geschäft waren Emmi Caffè Latte, Mix-it Müesli, Jogurtpur und good day bei den Frischprodukten sowie die Kaltbach-Käse, die Raclettekäse und Le Gruyère AOC. Stark gewachsen mit einem Plus von 13,8% ist Emmi auch im Bereich Pulver/Konzentrate.

Internationales Käsegeschäft stützt

Gemäss der Strategie, dass bis 2016 die Hälfte des Umsatzes in Ausland erzielt werden soll, setzte der Konzern die Pläne konsequent um. „Im internationalen Geschäft erzielte Emmi ein Umsatzwachstum von 55,8% auf 676,1 Mio. Fr. (2012: 433,9 Mio. Fr.)“, heisst es. Aber organisch, das heisst bereinigt um Akquisitions- und Fremdwährungseffekte, nahm der Umsatz um 1,5% ab.

Das Kerngeschäft habe sich in wichtigen Märkten und Produktgruppen sehr gut und planungsgemäss entwickelt, während die ausbleibenden Butter- und Milchpulverentlastungsexporte eine Umsatzeinbusse von 32 Mio. Fr. verursachten. Ohne Berücksichtigung der Entlastungsexporte hätte international ein organisches Wachstum von insgesamt 6,5% resultiert, hebt Emmi hervor. Die Umsätze beim Käse (+4,4%), Frischkäse (+3,4%), Frischprodukte (+2,7%) und Übrige Produkte/Dienstleistungen (+13,3 %) stiegen, jene bei den Molkereiprodukten (-35,0%) und bei Pulver/Konzentrate (-77,6%) sanken.

Exportschlager aus der Schweiz sind Spezialitäten wie Le Gruyère AOC, Appenzeller und Kaltbach zu. Wachstumsmärkte beim Käse waren Deutschland, Grossbritannien und die USA. Aber auch mit lokal hergestelltem Käse habe Emmi zulegen können.

Der Anteil des internationalen Geschäfts von Emmi belief sich auf rund 43% des Gesamtumsatzes. Davon stammten 30% von aus der Schweiz exportierten Produkten und 70% von lokal durch die Emmi Tochtergesellschaften hergestellten Produkten.

Milchpreise sollen stabil bleiben

Gemäss Emmi wird sich 2013 die Marktsituation kaum verändern. „In der Schweiz wird das Geschäft durch den hohen Importdruck, den Einkaufstourismus, die Einbussen im Food-Service-Bereich und die umkämpften Preise geprägt bleiben“, betonen die Luzerner. Die durchschnittlichen Milchpreise werden auch im zweiten Halbjahr höher als im Vorjahr sein, während die anderen Rohstoffpreise voraussichtlich in etwa auf dem aktuellen Niveau verbleiben werden.

Im internationalen Geschäft wird in den USA und den übrigen aussereuropäischen Märkten mit Wachstum gerechnet. In Europa werden sich die südeuropäischen Märkte weiterhin rückläufig entwickeln, während die Konsumsituation in den übrigen für Emmi relevanten europäischen Märkten in etwa stabil bleiben dürfte.

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