4.01.2019 09:22
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Emmi
Emmi kauft in den USA zu
Der grösste Schweizer Milchverarbeiter setzt seine Wachstumsstrategie mit dem Kauf einer Blauschimmelkäse-Produktionsstätte im Ausland fort. Emmi will mit der Übernahme die Wertschöpfungskette im grössten Auslandsmarkt verlängern.

Der Fokus in den USA liegt auf der Herstellung und dem Vertrieb von lokal hergestelltem Käse, aber auch von Käse aus der Schweiz. Emmi hat nach eigenen Angaben das Segment der Spezialitätenkäse in den letzten Jahren verstärkt. Über die Tochter Emmi Roth USA wird bereits Blauschimmelkäse vertrieben, unter anderem der Buttermilk Blue, ein Premiumkäse aus Rohmilch. Verkauft werden diese Käse an den Detailhandel und an den Food-Service-Bereich.

3.5 Millionen Kilo Käse

Nun will Emmi in den USA, dem grössten Auslandsmarkt, in diesem Bereich weiter wachsen. Mit dem Kauf einer Produktionsstätte von der Great Lakes Cheese Company wollen die Luzerner im Bereich Blauschimmelkäse die Wertschöpfungskette verlängern sowie neue Formate und Sorten dieses Käses entwickeln.

Great Lakes Cheese Company produziert in Seymour (Wisconsin) jährlich knapp 3.5 Millionen Kilo Käse. Das 2005 eröffnete Werk verfügt zudem über Konfektionierungsanlagen, mit der Blauschimmelkäse zerbröckelt wird. Die Stücke werden in Becher oder grössere Portionen abgepackt. Emmi kauft über ihre US-Tochter Emmi Roth die Fabrik, das dazugehörige Grundstück und die Produktionsanlagen. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Sämtliche 50 Mitarbeiter sollen übernommen werden. 

Die Great Lakes Cheese Company wurde 1958 vom Schweizer Auswanderer Hans Epprecht gegründet. Heute betreibt das in Hiram (Ohio) domizilierte Unternehmen neun Produktionsstätten und beschäftigt 3000 Mitarbeiter. 

Drei strategische Nischen

In der Schweiz sind die Innerschweizer seit mehreren Jahren unter Druck. Ausländische Anbieter machen Emmi die Regalplätze streitig. Deshalb will das Unternehmen im Ausland wachsen. Im Frühling 2018 sagte Konzernchef Urs Riedener gegenüber der «Handelszeitung», dass für Übernahmen rund 1 Milliarde bereit liegen. Emmi habe immer rund 20 potenzielle Kandidaten auf einer Liste, sagte Riedener damals.

Emmi habe drei neue strategische Nischen definiert, um zu wachsen: Dessert, Bio und Ziegenmilch. Ziel sei es, in diesen drei Nischen in den jeweiligen Märkten eine bedeutende Stellung zu bekommen. Das gelte für den Grossteil der ausländischen Märkte von Emmi. Der grösste Schweizer Milchverarbeiter erzielt 50 Prozent des Umsatzes im Ausland.

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