6.02.2014 08:09
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Emmi
Emmi legt im In- und Ausland zu
Schweizer Käse und kalter Kaffee aus dem Becher kommen im In- und Ausland gut an. Der Milchverarbeitungskonzern Emmi ist im vergangenen Jahr unter anderem dank diesen Produkten erneut gewachsen. Der Umsatz legte um 10,6 Prozent auf 3,298 Mrd. Fr. zu. Zudem profitiert Emmi von seinen Zukäufen. Ohne Akquisitionen und Währungseffekte betrug das sogenannt organische Wachstum 1,6 Prozent.

Zum ersten Mal seit 2008 wuchs der Konzern aber auch in der Schweiz wieder organisch, das heisst, aus eigener Kraft und ohne Akquisitions- und Fremdwährungseffekte. Dieser organische Zuwachs beträgt im Heimmarkt 1,4 Prozent. International beträgt das organische Wachstum 2 Prozent.

Emmi-Chef Urs Riedener zeigt sich in der Mitteilung vom Donnerstag erfreut. «Der Konzernumsatz entwickelt sich nach Plan. In der Schweiz haben wir unsere Erwartungen sogar übertroffen, das Wachstum im Heimmarkt ist erfreulich», wird er in der Mitteilung zitiert.

Im Geschäftsjahr 2013 konnte Emmi mit einen Nettoumsatz von 3,3 Milliarden Franken kräftig zulegen. Das Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr beträgt 10,6 % (2012: 2‘98 Mrd. Fr.). Organisch, das heisst bereinigt um Akquisitions- und Fremdwährungseffekte, stieg der Nettoumsatz auf Konzernstufe um 1,6 %.

Neue Konzernorganisation

Alle Produktsegmente des Kerngeschäfts von Emmi hätten positive Beiträge geleistet, schreibt das Unternehmen am Donnerstag in einem Communiqué. Wegen des niedrigen Milchaufkommens rückläufigen Butter- und Milchpulverentlastungsexporte verursachten im ersten Halbjahr Umsatzeinbussen, die jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf die Erträge haben werden. Bereinigt um diese Exporte belief sich das organische Wachstum auf Konzernstufe auf 2,7 %. Dies liegt im oberen Bereich der von Emmi angestrebten 2 bis 3 Prozent.

CEO Riedener erhofft sich mit der seit 1. Januar 2014 aktiven neuen Organisation und den Divisionen Schweiz, Europa und Americas eine weitere Stärkung des Geschäfts im In- und Ausland.

Caffè Latte bleibt im Inland Blockbuster
 
Erstmals seit 2008 konnten die Innerschweizer Im Heimmarkt wieder zulegen. Der Nettoumsatz erhöhte sich leicht (+1,1%) von 1,84 Mrd. Fr. auf 1‘86 Mrd. Fr. Dies sei „sehr erfreulich, dass dies trotz des Verkaufs der Nutrifrais-Anteile (produziert u.a. TamTam) und der Abgabe des Tiefkühl-Logistikgeschäfts an Dritte gelang“, hält Emmi fest.

Das Wachstum ist vor allem auf die drei umsatzstarken Segmente Frischprodukte, Käse und Molkereiprodukte zurückzuführen. Sehr zufrieden zeigt sich der Molkereikonzern mit Caffè Latte. Auch Käsespezialitäten wie Kaltbach, Le Gruyère AOP und Raclettekäse trugen zum Wachstum bei. Die neuen Produkte „Jogurtpur“ und „good day“ hätten ebenfalls Akzente gesetzt.

Die grössten Umsätze macht Emmi in der Schweiz mit Molkereiprodukten (rund 700 Mio. Franken) sowie Käse (rund 541 Mio. Franken) und Frischprodukten wie Drinks und Trinkmilch (rund 346 Mio. Franken). In diesen Produktegruppen konnte Emmi die Umsätze steigern, rückläufig waren sie hingegen beim Frischkäse. Emmi macht den Preisdruck beim Mozzarella dafür verantwortlich. 

Der Anteil der Schweiz am Konzernumsatz betrug im vergangenen Jahr 56 Prozent.

Ausland: Umsatzanteil 44 Prozent

Das internationale Geschäft von Emmi wuchs um 26 Prozent auf 1,44 Mrd. Fr. (2012: CHF 1,14 Mrd. Fr.). Mehrere Faktoren hätten zu dieser Entwicklung beigetragen, teilt das Unternehmen mit. Der Löwenanteil (23 Prozent) geht aber auf Zukäufe zurück.

Die in Bern produzierten Caffè Latte legten auch international zu, besonders in Österreich, Grossbritannien und Spanien. Auch die verschiedenen Käsespezialitäten, einschliesslich Fondue und Raclette, seien für den Umsatzsprung mitverantwortlich. Eine überdurchschnittliche Performance haben gemäss Emmi auch die lokal in den USA sowie in Chile und Tunesien hergestellten Sortimente (Käse, Frischprodukte, Molkereiprodukte) hingelegt.

Akquisitionseffekt im internationalen Geschäft ist auf folgende Transaktionen zurückzuführen: Die Beteiligungserhöhung an der spanischen Kaiku (per Anfang Juli 2012), die Akquisition der französischen Diprola (per Anfang Juli 2012), die Beteiligung an der holländischen AVH Dairy Trade (per Anfang Januar 2013), sowie die Akquisitionen Käserei Studer (per Anfang Juli 2013) und Rachelli (per Anfang August 2013).

Umsatzhemmend wirkten sich die tiefen Butter- und Milchpulverentlastungsexporte aus, die gegenüber 2012 um 30 Millionen Franken zurückbildeten. Lässt man dieses unregelmässige Geschäft aussen vor, betrug das Wachstum 4,8% (in Lokalwährung und akquisitionsbereinigt). Der Anteil des internationalen Geschäfts erhöhte sich weiter auf nun beachtliche 44 Prozent.

Ausblick für das 2014 positiv

Emmi rechnet im ersten Halbjahr 2014 mit stabilen oder vereinzelt leicht höheren Rohstoffpreisen. Auch die die höheren Preise für Verpackungen dürften für ein leicht höheres Preisniveau sorgen. In Heimmarkt  wird gemäss Einschätzungen des Konzerns der Einkaufstourismus stagnieren oder allenfalls sogar leicht sinken. Der Importdruck bleibe aber hoch, wird betont.

Im wichtigsten Auslandmarkt von Emmi, den USA, wird von einem leicht verbesserten Konsumverhalten ausgegangen, die Entwicklungsmärkte Chile und Tunesien versprechen ein Wachstum. In Südeuropa, besonders in Italien und Frankreich, dürfte die Stimmung gedrückt belieb, während Spanien klare Anzeichen einer Stabilisierung zeigen würde, hält Emmi fest. In den mitteleuropäischen Staaten rechnet Emmi mit keinen grossen Veränderungen. Insgesamt wird von einer stabilen Währungssituation ausgegangen.

„Starke Markenkonzepte in und aus der Schweiz, lokal im Ausland hergestellte Spezialitäten, eine Weiterentwicklung der Akquisitionen aus jüngerer Zeit sowie ein anhaltend striktes Kostenmanagement, auch in den ausländischen Märkten, werden positive Beiträge zur Entwicklung von Emmi im Jahr 2014 leisten“, schliesst die Mitteilung des grössten Molkereikonzern der Schweiz.

Weitere Details will Emmi an der Bilanzmedienkonferenz am 26. März bekannt geben.

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