5.02.2015 07:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Emmi
Emmi legt zu - AOP-Käseexporte schwächeln
Der grösste Schweizer Milchverarbeiter konnte den Umsatz im vergangenen Jahr um 3,2 Prozent auf 3,4 Milliarden Franken zulegen. Emmi führt dies auf die Stärkung des Auslandgeschäfts und die erfreulichen Entwicklung der Division Schweiz zurück. Die Frankenaufwertung wird sich 2015 aber bei den Exporten bemerkbar machen.

Alle Produktsegmente des Kerngeschäfts von Emmi leisteten positive Beiträge, heisst es im Communiqué von Donnerstag. Erfolgsgaranten waren Emmi Caffè Latte, Kaltbach, verschiedene Käsespezialitäten im In- und Ausland sowie Frischproduktkonzepte. Das organische Wachstum, bereinigt um Akquisitions- und Fremdwährungseffekte, betrug 3 Prozent. Der Umsatz stieg von 3,29 Mrd. Fr. auf 3,40 Mrd. Fr.

Schweiz: 55 Prozent am Konzernumsatz

Gewachsen sind alle vier Divisionen - Schweiz, Americas, Europe und Global Trade - von Emmi. Erfreut zeigt sich der Milchverarbeiter über das Wachstum auf dem Heimmarkt. Der Umsatz erhöhte sich um 1,3 Prozent auf 1,89 Mrd. Fr. Organisch, das heisst bereinigt um Akquisitionseffekte, resultierte ein Plus von 1,2 %. Ein positiver Akquisitionseffekt ist auf den Zukauf der Käserei Studer zurückzuführen, ein negativer auf den Verkauf der Nutrifrais-Anteile.

In der Schweiz ist der Erfolg auf die Markenkonzepte zurückzuführen. Caffè Latte, Kaltbach, Der Scharfe Maxx und Jogurtpur haben die Erwartungen übertroffen. Einen leicht positiven Effekt hatten gemäss Emmi auch die höheren Milchpreise. Unter den Erwartungen blieben hingegen die Milchdrinks und die AOP-Käse, insbesondere der Emmentaler AOP.

Der Anteil der Division Schweiz am Konzernumsatz beträgt noch 55 Prozent, ein Prozent weniger als 2013. „Das Wachstum im Heimmarkt ist erfreulich. Es ist ein klares Zeichen, dass wir unser Produktportfolio in die richtige Richtung verändert und die Prioritäten richtig gesetzt haben“, lässt sich Emmi-Chef Urs Riedener in der Mitteilung zitieren.

Americas: AOP-Käse mit Umsatzeinbusse

Die Division Americas umfasst neben den USA, Kanada und Chile auch Spanien, Frankreich und Tunesien. Der Umsatz erhöhte sich um 2,7 Prozent auf 840,0 Mio. Fr. Das Umsatzwachstum sei primär auf die gute Entwicklung in Nordamerika (USA, Kanada), Tunesien und Spanien zurückzuführen, heisst es.

In den USA konnten die Verkäufe der lokal hergestellten Kuh- und Ziegenmilchkäse deutlich erhöht werden. Beim AOP-Käse führten Preiserhöhungen zu Umsatzeinbussen. Diese nahm Emmi bewusst in Kauf, um die Margen zu stützen. In Tunesien entwickelten sich die unter der Marke Vitalait vertriebenen Produkte (Jogurt, Milch, Desserts) äusserst positiv. In Spanien setzte eine Erholung ein, besonders das laktosefreie Sortiment von Kaiku und Caffè Latte wiesen Zuwachsraten auf.

Der Anteil der Division Americas am Konzernumsatz betrug 25 % (2013: 25 %).

Europa: AOP-Käse unter Druck

In der Division Europa erhöhte sich der Umsatz um 8,3 Prozent auf 508,8 Mio. Fr. Organisch, das heisst bereinigt um Akquisitions- und Währungseffekte (Zukauf von Rachelli und Gläsernen Molkerei, Verkauf Trentinalatte), blieb der Umsatz aber stabil.

Bei den Frischprodukten wiesen die italienischen Spezialitätendesserts von A-27 und Rachelli sowie Emmi Caffè Latte ein deutliches Wachstum aus, während das Jogurtgeschäft in Italien (mittlerweile verkauft) rückläufig war. Im Käsegeschäft sanken die Umsätze mit AOP-Käse, während die Kaltbach-Spezialitäten und Der Scharfe Maxx in mehreren Märkten an Umsatz zulegten. Die Rückgänge beim AOP-Käse werden mit Preiserhöhungen begründet

Der Anteil der Division Europa am Konzernumsatz betrug 15 % (2013: 14 %).

Global Trade: Entlastungsexporte

Global Trade beinhaltet unter anderem Direktverkäufe aus der Schweiz an Kunden in internationalen Märkten, in denen Emmi keine eigenen Gesellschaften oder Beteiligungen hat. Dazu gehören asiatische, osteuropäische und südamerikanische Länder.

Das Wachstum ist primär auf einen Anstieg im Bereich Pulver/Konzentrate zurückzuführen. Die mit dem höheren Milchaufkommen verbundenen Milchpulver- und Butterentlastungsexporte betrugen im vergangenen Jahr 32,1 Mio. Fr. Der Umsatz der Division legte um 13,2% auf 167,1 Mio. Fr. zu. Ohne die Berücksichtigung dieser Exporte hätte das Wachstum der Division 1,3% betragen. Dies ist unter anderem auf die wirtschaftliche Abkühlung in Asien und den Rückgang von Lohnproduktionen zurückzuführen.

Der Anteil von Global Trade am Konzernumsatz beträgt 5 % (2013: 5 %).

Ausblick: Massnahmenpaket angekündigt

Vom Frankenschock seien Exportumsätze in der Grössenordnung von 400 Mio. Fr. betroffen, schreibt Emmi. Mit einem bereits angekündigten Massnahmenpaket will der Milchverarbeiter den negativen Effekten entgegenwirken.. Dieses beinhaltet eine Preiserhöhung für Exportprodukte, tiefere Abnahmepreise für Rohmilch, sowie Verhandlungen mit internationalen Lieferanten.

Trotz der negativen Währungseffekte rechnet Emmi damit, dass der Reingewinn auch 2015 im Rahmen des Mittelfristziels von 2,5 bis 3,5 Prozent liegen wird. Das detaillierte Ergebnis 2014 sowie ein genauerer Ausblick auf das laufende Jahr werden am 24. März publiziert.

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