5.03.2018 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Milchmarkt
Emmi steigert den Gewinn um 15%
Der grösste Schweizer Milchverarbeiter konnte 2017 den Umsatz um 3.2 Prozent auf 3.36 Mrd. Franken erhöhen. Der Reingewinn lag mit 162 Mio Fr. 15.1 % über dem Vorjahr. Die klare Reingewinnsteigerung führt Emmi primär auf die niedrigeren Minderheitsanteile zurück.

Dank einem starken zweiten Halbjahr gelang es Emmi, den Umsatz 2017 im Vergleich zu 2016 zu erhöhen. Leicht über den Erwartungen von Emmi lagen auch die Erträge. Das Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 1.6 %, von 202.7 Mio. Fr. auf 205.8 Mio. Fr., die EBIT-Marge lag bei 6.1 % (2016: 6.2 %). Der Reingewinn erhöhte sich um 21 Millionen auf 161.6 Millionen Franken Dies ergab eine Reingewinnmarge von 4.8 % (2016: 4.3 %).

Den Hauptgrund für diese Steigerung sieht Emmi in der vollständigen Übernahme der Mittelland Molkerei im aargauischen Suhr im Juli 2016. Davor hatte Emmi 60 Prozent an der Molkerei besessen. Insgesamt hätten sich die Minderheitsanteile bei Emmi um 10,8 Millionen Franken verringert.

Sonderdividende von 3 Franken

«Die gute Umsatzentwicklung in den Märkten USA und Tunesien, ein gut laufendes Käsegeschäft und günstigere wirtschaftliche Rahmenbedingungen haben uns Aufwind gegeben. Das fortlaufende Effizienzprogramm, das in der Schweiz und in den internationalen Tochtergesellschaften läuft, hat unsere Erträge zusätzlich gestützt», lässt sich Emmi-Chef Urs Riedener zitieren.

Weil Emmi den 25. Geburtstag feiert und zudem Anfang Januar eine Beteiligung von zuletzt 22 Prozent am Jogurthersteller Icelandic Milk and Skyr Corporation («Siggi's») in den USA verkauft hat, sollen die Aktionäre eine Dividende von insgesamt 10 Franken je Namensaktie erhalten, wie Emmi am Montag mitteilte. Diese enthaltet eine Sonderdividende von 3 Franken. Zum Vergleich: Letztes Jahr hatte die Ausschüttung für die Aktionäre bei 5.90 Franken gelegen. Für 2017 sollen 7 Franken der Dividende verrechnungssteuerfrei und die restlichen 3 Franken aus den Gewinnreserveren steuerpflichtig sein. Hauptaktionäre von Emmi sind mit 53 Prozent die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP).

Schweiz: Preis- und Importdruck

Emmi konnte 2017 den Umsatz um 3,2 Prozent auf 3,4 Milliarden Franken steigern. Erfolgreich war Emmi etwa mit Marken wie Caffé Latte oder Kaltbach sowie mit Nischenprodukten wie Bio- und Ziegenmilch. Austauschbare Produkte waren weniger gefragt. Etwas mehr als die Hälfte des Umsatzes, nämlich 1,7 Milliarden Franken, erzielte Emmi in der Schweiz. Dies bedeutet einen Rückgang von 0,6 Prozent, obwohl die Volumen leicht stiegen. Als Grund dafür nannte die Emmi-Spitze den Preis- und Importdruck.

Wachstum in Division Americas

Für 2018 ist Emmi zuversichtlich. In den Wachstumsmärkten der Division Americas, Tunesien und den USA, geht der Molkereikonzern von einer steigenden Nachfrage aus. Auch in Chile will Emmi zulegen. Fremdwährungseinflüsse und die europäischen Märkte der Division, Spanien und Frankreich, könnten das Wachstum hemmen.

In der Division Europa rechnet Emmi mit einem Umsatzwachstum. Hemmend könnten der Wettbewerbsdruck und die Folgen des Brexits – Entwicklung des Pfundes – auf die Absätze wirken.

Starke Preisaggressivität in der Schweiz

Für die Division Schweiz, die grösste der vier Divisionen, ist ein Umsatzwachstum möglich. «Dafür spricht die Prognose für den Schweizer Detailhandel, der im Food-Bereich von stabilen bis allenfalls leicht steigenden Umsätzen ausgeht. Hinzu kommen der gestiegene Milchpreis und starke Markenkonzepte», schreibt Emmi. Der Importdruck und der Einkaufstourismus könnten aber ein Wachstum verhindern. Emmi-Chef Riedener erwartet in der Schweiz auch 2018 eine starke Preisaggressivität. Der Einkaufstourismus werde konstant hoch bleiben. Umso wichtiger sei das internationale Wachstum.

Riedener beklagte an der Medienkonferenz von Montag, dass die Handelsbarrieren zunehmen und der bürokratische Aufwand für Exporte steige würde. Emmi rechnet für 2018 mit einem Umsatzwachstum zwischen 1.5 und 3 Prozent.


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