24.03.2016 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Emmi
Emmi steigert Gewinn deutlich
Der grösste Schweizer Milchverarbeiter blickt auf ein gutes Jahr zurück. Zwar sank der Umsatz 2015 um 5,6 Prozent, der Reingewinn steigt um knapp 10 Prozent. 2016 erwartet Emmi mit stabilen Umsätzen, die Erträge sollen über den Werten von 2015 zu liegen kommen.

Das Unternehmen mit Sitz in Luzern musste 2015 einen Umsatzrückgang von 5,6 Prozent auf 3,2 Mrd. Franken hinnehmen. Organisch, das heisst bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, betrug das Minus 3 Prozent.

Mit den Erträgen zeigt sich Emmi zufrieden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) übertraf den Vorjahreswert um 10.7 % und betrug 188.9 Mio. Fr. Der Reingewinn erhöhte sich um 9,9% auf 120.2 Mio. Fr. Die Reingewinnmarge erhöhte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 3,7%.

Keine Produktionsverlagerung ins Ausland

Das erfreuliche Resultat sei auf eine deutliche Ertragssteigerung im Ausland zurückzuführen, teilt Emmi am Donnerstag mit. «Wir hatten 2014 zwei ertragsschwache Unternehmen verkauft, unsere Operational-Excellence-Programme in den Tochtergesellschaften intensiviert und die notwendigen Preiserhöhungen in Euroländern konsequent umgesetzt“, lässt sich Emmi-Chef Urs Riedener im Communiqué zitieren. Stolz zeigt er sich auch, dass der Gewinnzuwachs ohne Produktions-Verlagerungen ins Ausland geschafft wurde.

Emmi realisiert 44 Prozent des Umsatzes im Ausland. Eigentlich hat sich der Konzern zum Ziel gesetzt, bis in diesem Jahr den Wert auf 50 Prozent zu erhöhen.

Tieferer Milchpreis, höhere Marge

Emmi gelang es, die Marge zu verbessern. Der Bruttogewinn sank trotz des tieferen Umsatzes nur um 11 Mio. Fr. auf 1,11 Mrd. Fr. Die Bruttogewinnmarge hingen erhöhte sich um 1,6 auf 34,8 Prozent. Die Steigerung wird auf Preiserhöhungen bei Schweizer Exportprodukten im Ausland, tieferen Beschaffungskosten im In- und Ausland (tiefere Milchpreise), der Umsetzung von Rationalisierungs- und Produktivitätssteigerungsmassnahmen, dem Verzicht auf Geschäfte mit unzureichenden Margen und dem guten Abschneiden wichtiger Markenkonzepte zurückgeführt.

Der Betriebsaufwand sank 2015 um 4,5% auf 809.4 Mio. Fr. zurück (2014: CHF 847.5 Millionen). So gingen beispielsweise die Aufwendungen für Logistik um -7.6 % und jene für Raumkosten, Unterhalt und Reparaturen sowie Leasing um -12.1 % zurück.

Division Americas als Stütze

Emmi geht auch im 2016 von einem wettbewerbsintensiven geprägten Umfeld aus. In der Schweiz werden Importdruck und Einkaufstourismus anhalten, so Emmi. Die Konsequenzen der Euroschwäche hätten sich erst in der zweiten Hälfte 2015 vollumfänglich offenbarten. Für 20156 wird in der Schweiz mit einem Umsatzrückgang von 2 bis 4 Prozent gerechnet.

In den USA hingegen wird mit einem beständigem Konsumverhalten gerechnet. Auch in Tunesien dürfte die positive Entwicklung anhalten. Das Wachstum soll hier 5 bis 7 Prozent erreichen. In der Division Europa rechnet Emmi bei ihren in Italien hergestellten Dessertspezialitäten mit einer positiven Entwicklung. Insgesamt soll der Umsatz zwischen 1 und 3 Prozent zunehmen. Bei der Umsatzentwicklung des Gesamtkonzerns rechnet Emmi mit einem Zuwachs von 0 bis 1 Prozent.

Bei den Exporten aus der Schweiz sei davon auszugehen, dass sich starke Markenkonzepte mit hoher Differenzierung wie Caffè Latte oder Kaltbach gut halten können. „Leichter substituierbare Produkte bleiben stark unter Druck“, schreibt Emmi.

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