22.03.2017 07:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Emmi
Emmi steigert Gewinn um 16.7%
Der grösste Schweizer Milchverarbeiter ist im vergangenen Jahr vor allen dank Akquisitionen gewachsen. Der Umsatz erhöhte sich um 1.4% auf 3.26 Mrd. Fr. Der Reingewinn lag mit 140.3 Mio. Fr. 16.7% über dem Vorjahr.

Das Wachstum des Konzernumsatzes lag damit am unteren Rand der im August 2016 veröffentlichten Prognose. Emmi erzielte einen Nettoumsatz von 3.26 Mrd. Fr. (2015: 3.21 Mrd. Fr.). Dies entspricht einem Wachstum von 1.4%. Organisch, das heisst bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, resultierte ein Rückgang von 1.0%

Die Akquisitionseffekte sind auf die folgenden Unternehmen zurückzuführen:

• Kauf Käsegeschäft von J.L. Freeman (Kanada, 15. April 2015)
• Akquisition Redwood Hill (USA, 31. Dezember 2015)
• 60%-Beteiligung Bettinehoeve (Niederlande, 2. Februar 2016)
• Beteiligungserhöhung SDA Chile (Chile, 19. Mai 2016)
• Akquisition Cowgirl Creamery (USA, 31. Mai 2016)


Dividende soll erhöht werden

Zufrieden ist Emmi hingegen mit den Erträgen. Das EBIT stieg um 7.3% auf CHF 202.7 Mo. Fr. Die EBIT-Marge belief sich auf 6.2% (2015: 5.9%). Es resultierte ein Reingewinn von 140.3 Millionen Franken, 16.7 Prozent mehr als 2015. Die Reingewinnmarge betrug 4.3% (2015: 3.7%). Aufgrund dieses guten Ergebnisses wird der Generalversammlung vom 20. April 2017 beantragt, eine Dividendenausschüttung aus Kapitaleinlagereserven von 5.90 Fr. (2016: 4.90 Fr.) je Namenaktie zu beschliessen.

«Angesichts des Drucks auf das Schweizer Geschäft ist das Resultat erfreulich. Weitere Fortschritte im Ausland, die geographische Ausweitung der Operational-Excellence-Programme und der Erfolg von margenstarken Marken sind die Treiber des Erfolgs. Die Schweiz bleibt das Kernelement unserer Strategie», lässt sich Konzernchef Urs Riedener im Communiqué von Mittwoch zitieren.

«Schweiz muss aufwachen»

Emmi-Chef Urs Riedener richtete an der Medienkonferenz auch klare Worte an die Politik. So sei das Geschäft in der Schweiz mit wirtschaftlicher Unsicherheit verbunden. Früher habe die Schweiz als sicherer Hafen gegolten. Mit Entscheiden wie der verworfenen Unternehmenssteuerreform seien die Unsicherheiten grösser geworden, kritisierte er.

Auch in der internationalen Wirtschaftspolitik machte er einen Kurswechsel hin zum Bilateralismus aus. Die Schweiz müsse aufwachen und den Zugang zu ausländischen Märkten wie etwa Kanada und Mexiko verbessern, forderte Riedener. Die EU habe sich mancherorts bereits Vorteile verschafft. Er nannte als Beispiele etwa Japan und Südkorea. Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen trotz schwierigem Marktumfeld leicht höhere Umsätze. Zum Start ins neue Jahr äusserte sich der Emmi-Chef zufrieden. Der Umsatz in der Schweiz sei in etwa auf Vorjahreshöhe, in Europa seien die Verkäufe etwas schwächer. sda

Emmi realisierte 2016 noch 53 Prozent seines Umsatzes in der Schweiz. Mehr Informationen zur Umsatzentwicklung der verschiedenen Divisionen finden Sie hier.


Schwieriger Heimmarkt

Für 2017 Emmi geht davon aus, dass die Bedingungen in der Milchindustrie herausfordernd bleiben. Das «wettbewerbsintensive Umfeld» werde weiter anhalten, heisst es in der Mitteilung. Im Heimmarkt rechnen die Luzerner weiter mit «massivem Importdruck und anhaltendem Einkaufstourismus». Starke Marken und Innovationen sollen den Umsatz jedoch stabilisieren.

In der Division Americas geht Emmi von einer weiterhin guten Entwicklung in den USA und in Tunesien aus, während die Märkte Spanien und Frankreich anspruchsvoll bleiben dürften. In der Division Europa verteuert das tiefe Britische Pfund die importierten Sortimente aus Italien (Desserts), Deutschland (Onken-Jogurt) und der Schweiz (Caffè Latte und Käse). Die dürfte sich hemmend auf die Umsätze auswirken.

Schweiz bleibt Kernelement

Bei den Exporten aus der Schweiz werden sich gemäss Emmi starke Markenkonzepte mit hoher Differenzierung wie Caffè Latte, die Spezialitätenkäse aus Kaltbach oder Der Scharfe Maxx behaupten können, während einfacher substituierbare Produkte weiterhin einen schwierigen Stand haben werden.

Auch das Geschäft mit Ziegenmilch, Desserts und Bio-Angeboten will Emmi forcieren. Konzernchef Riedener versprach: «Die Schweiz bleibt das Kernelement unserer Strategie.» Die Zukunft der seit vergangenem Jahr von Emmi betriebenen Jogurt-Boutiquen Yobar in Luzern und Zürich ist derweil noch offen. Im Sommer seien sie besser gelaufen als im Winter, sagte Riedener. Bilanz ziehen will Emmi erst im kommenden Sommer und über eine allfällige Expansion oder Sortimentsanpassung entscheiden.

Insgesamt rechnet Emmi 2017 mit einem organischen Umsatzwachstum von 1 bis 2 Prozent.

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