26.03.2014 08:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Milchmarkt
Emmi steigert Umsatz und Gewinn
Der Milchverarbeiter Emmi ist mit seinem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden. Bereinigt um die Erlöse von Liegenschaftsverkäufen haben die Gewinnzahlen kräftig zugelegt.

So stieg der Reingewinn bereinigt um 8,1 Prozent auf 98 Mio. Franken. Der operative Gewinn (EBIT) legte um 9,4 Prozent auf 160 Mio. Franken zu. Inklusive den ausserordentlichen Effekten wie etwa dem Verkauf einer gewerblichen Liegenschaft in Langenthal BE und der Tiefkühllogistik in Kriens LU liegt das EBIT bei 168,5 Mio. Franken (+1,7 Prozent). Der Reingewinn wird mit 104,6 Mio. Fr. ausgewiesen. (-1,5 Prozent). Der Nettoumsatz stieg um 10,6 % auf 3,298 Mrd. Fr. Das Konzernwachstum geht grösstenteils auf die getätigten Zukäufe zurück. Daneben spielten auch mehr verkaufte Mengen, die Preise sowie Fremdwährungseffekte eine Rolle.

Gutes zweites Halbjahr

Damit lagen Umsatz und EBIT leicht über der avisierten Bandbreite, schreibt Emmi am Mittwoch in einem Communiqué zum Jahresergebnis 2013. Der Luzerner Milchverarbeiter strebte einen Umsatzzuwachs von 8 % bis 10 % und ein EBIT zwischen 140 und 155 Mio. Fr. an.

«Nach einem verhaltenen ersten Halbjahr legte Emmi einen regelrechten Endspurt hin. Dank der erfreulichen Performance bewährter Produkte, der Unterstützung durch Innovationen und dem Beitrag unlängst akquirierter Unternehmen wurden Umsatz- und Ertragsziele gut erreicht. Emmi läuft mit ihrer Strategie mit Elan in die angestrebte Richtung», lässt Konzernchef Urs Riedener im Communiqué zitieren. Das Ergebnis sei vor allem dank bewährter Produkte, Innovationen, kürzlich gekauften Unternehmen und einem starken Wachstum in Chile und Tunesien erreicht worden.


Im In- und Ausland auf Wachstumskurs

Der grösste Schweizer Milchverarbeiter ist im In- und Ausland gewachsen. In der Schweiz stieg der Umsatz um 1,1% auf 1,863 Mrd. Fr. (2012: 1,842 Mrd. Fr.). Gekauft hat Emmi 2013 die Käserei Studer, verkauft wurden die Anteile an Nutrifrais. Der Umsatzzuwachs war am stärksten beim Käse (12 Mio. Fr. respektive 2,3 %) sowie im Bereich Pulver/Konzentrate (12 Mio. Fr. respektive 19,9 %). Der Anteil des Schweizer Geschäfts am Konzernumsatz belief sich 2013 auf 56% (2012: 62%). Daneben lancierte Emmi neue Produkte wie «Jogurtpur» und den Müeslibecher «Mix-it».

Emmi beobachte laufend die Trends in der Gesellschaft, um entsprechende Produkte anbieten zu können, sagte Riedener. So würden sich immer mehr Leute unterwegs verpflegen statt zu Hause am Morgen- oder Mittagstisch. Zudem habe Emmi mit kleineren Portionen auf die Zahl steigende Zahl von Einzelperson-Haushalten reagiert.

Auf den internationalen Märkten erzielte Emmi eine Umsatzsteigerung um 26,0% auf 1,435 Mrd. Fr. (2012: 1,139 Mrd. Fr.). Währungs- (1,0 %) und akquisitionsbereinigt (23,0 %) belief sich der Zuwachs auf 2,0%, schreibt Emmi. Der Akquisitionseffekt ist auf die Beteiligungserhöhungen an Kaiku und Diprola, den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der AVH dairy trade sowie die Akquisitionen Rachelli und Käserei Studer zurückzuführen.

International konnten sämtliche Segmente des Kerngeschäfts zulegen. Die gewichtigsten Umsatzzuwächse lieferten die Produktgruppen Molkereiprodukte (130 Mio. Fr., 84,3 %) und Frischprodukte (86 Mio. Fr., 22,1 %). Der Anteil des internationalen Geschäfts (Export aus der Schweiz und Produktion im Ausland) am gesamten Konzernumsatz betrug 44 % (27 % Europa, 12 % Nord- und Südamerika, 4 % Afrika, 1 % Asien/Pazifik).

Ausblick für 2014

Im ersten Halbjahr 2014 rechnet Emmi mit stabilen oder vereinzelt leicht höheren Rohstoffpreisen. Die Innerschweizer nennen als Beispiel den höheren Milch-Richtpreis in der Schweiz. Dieser werde bis mindestens Mitte Jahr auf diesem Niveau verbleiben.
 
In der Schweiz dürfte der Einkaufstourismus gemäss Emmi auf hohem Niveau stagnieren, der Importdruck hält hingegen an. In den USA sei ein etwas positiveres Konsumverhalten realistisch, heisst es weiter. Die Entwicklungsmärkte Chile und Tunesien dürften erneut deutlich wachsen, wenn auch in volatilen Lokalwährungen. In Südeuropa wird einer gedrückten Konsumentenstimmung gerechnet. Emmi geht in den mitteleuropäischen Märkten von keinen wesentlichen Veränderungen aus und rechnet mit einer insgesamt stabilen Währungssituation.

500 Millionen für Investitionen und Zukäufe

Auch fürs laufende Jahr strebt Emmi ein weiteres Wachstum von 3 bis 4 Prozent an, im Ausland gar ein Plus von 6 bis 8 Prozent. Das Ziel sei ambitiös, sagte Firmenchef Urs Riedener. Der Konzern müsse sich zur Decke strecken, wenn dieses Wachstum erreicht werden solle. Im ersten Quartal 2014 sei man auf Kurs, sagte er.

Das Auslandwachstum soll unter anderem über mehr abgesetzte Produkte und höhere Preise geschehen. Dennoch dürfte es auch in Zukunft weitere Firmenzukäufe geben. Konkrete Projekte nannte die Konzernspitze am Mittwoch nicht. Firmenchef Riedener erklärte, mittelfristig könnten auch neue Märkte erschlossen werden.

Emmi sei gerüstet für weiteres Wachstum, sagte Financhef Jörg Riboni. Das Unternehmen habe rund 500 Mio. Fr. Kapital für weitere Investitionen und Zukäufe bereit.

Neue Konzernstruktur
 
Mittel- bis langfristig will Emmi im Ausland organisch, das heisst ohne Akquisitionen, jährlich 6 bis 8 Prozent und in der Schweiz bis zu 1 Prozent zulegen. Auf Konzernebene rechnet das Unternehmen mit einem organischen Wachstum von 2 bis 3 Prozent. Bis in zwei Jahren wird ein Auslandumsatzanteil von etwa 50 Prozent angestrebt. Für die Reingewinnmarge ist eine Zielbandbreite von 2,5 bis 3,5 Prozent gesetzt.

Künftig will Emmi Erfahrungen und Synergien seiner weltweiten Standorte etwa zu betrieblichen Abläufen, zum Einkauf oder zum Infrastrukturausbau besser nutzen. Dazu passte das Unternehmen bereits per 2014 seine Struktur an. Emmi löste das Schweizer Geschäft aus dem Stammhaus und schuf die drei Regionen Schweiz, Europa und Americas.

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