24.03.2015 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Emmi
Emmi: Trentinalatte drückt auf Gewinn
Der Abschreiber auf der verkauften italienischen Tochtergesellschaft Trentinalatte hat beim Milchverarbeiter Emmi auf den Gewinn gedrückt. Der operative Gewinn (EBIT) des Schweizer Marktführers sank um 19,2 Prozent auf 136,2 Mio. Franken.

Der Reingewinn fiel gar 24,6 Prozent tiefer als im Jahr davor aus und belief sich auf 78,9 Mio. Franken, wie aus einem Communiqué vom Dienstag hervorgeht. Bereinigt um den Abschreiber von Trentinalatte und anderen Sondereffekten wären das EBIT aber um 6,7 Prozent und der Reingewinn um 12,1 Prozent gestiegen, hielt Emmi fest.

Tieferer Milchpreis

Damit hat der Milchverarbeiter seine Profitabilität steigern können. Beim Umsatz verzeichnete Emmi, wie bereits im Februar mitgeteilt, nämlich ein Wachstum von 3,2 Prozent auf 3,4 Mrd. Franken. Im laufenden Jahr rechnet der Milchkonzern wegen des starken Frankens aber wieder mit einem Gewinnrückgang. Auf die starke Währung im Heimmarkt reagiert Emmi nach eigenen Angaben mit Preiserhöhungen bei den Exportprodukten.

Zudem würden die Effizienz- und Kostensenkungsmassnahmen in allen Schweizer Emmi-Betrieben intensiviert und Preisverhandlungen mit internationalen Lieferanten und mit den Milchproduzenten geführt. Auswirkungen hat die Frankenstärke auch auf die Dividende. Diese wird unverändert bei 3,8 Franken belassen. Die Ausschüttungsquote beträgt damit nur 18,6 Prozent und liegt unter der Zielgrösse von 20 bis 25 Prozent.

In der Schweiz wies Emmi im vergangenen Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent auf 1,88 Mrd. Fr. auf. Positive auf den Umsatz wirkte sich der Zukauf der Käserei Studer (Scharfer Maxx) aus, einen negativen Akquisitionseffekt löste der Verkauf der Nutrifrais-Anteile (Tam-Tam) aus. Die Divison Schweiz hatte demnach einen Anteil von 55 Prozent am Konzernumsatz.

Americas auf Wachstum

Gut unterwegs ist Emmi mit der Division Americas. Die legte um 2,1% (währungsbereinigt 7,1%) auf 840 Mio. Fr. zu. Als Wachstumstreiber haben sich die Märkte in Nordamerika, Tunesien und Spanien erwiesen. Negativ auf den Umsatz haben sich die Entwicklung des kanadischen Dollars, des chilenischen Peso und des tunesischen Dinars ausgewirkt. Die Divison Americas hielt 25 Prozent am Konzernumsatz.

Die Division Europa wuchs vor allem dank Akquisitions- und Währungseffekten um 8,3% auf 469,9 Mio. Fr. Zugekauft wurden Desserthersteller Rachelli, erhöhte wurde auch die Beteiligung an der Gläsernen Molkerei. Abgestossen wurde hingegen die Trentinalatte. Die Division hält einen Anteil vom 15 Prozent am Konzernzumsatz.

Die Division Global Trade beinhaltet Direktverkäufe aus der Schweiz in internationale Märkte, in welchen der Milchverarbeiter keine eigenen Gesellschaften unterhält. Dazu gehören gemäss Emmi Länder in Asien, Osteuropa, Südamerika und auf der Arabischen Halbinsel. Der Umsatz betrug 167 Mio. Fr. (+13,2%).  Die Division konnte so 5 Prozent am Konzernumsatz beisteuern.

Emmi verarbeitete im vergangenen Jahr 1,7 Mio. Tonnen Milch und Rahm. Davon entfielen 1 Mio. Tonnen auf Schweizer Milch und Rahm. Mehr als die Hälfte der ausländischen Milchmenge wurde von der spanischen Tochtergesellschaft Kaiku in Spanien und Südamerika verarbeitet.

2015: Schrumpfender Heimmarkt

Bis 2017 will Emmi die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland generieren. An diesem Ziel hält sie fest. Die Position in der Schweiz soll gestärkt werden, im Ausland wird Wachstum angestrebt. Der erstarkte Franken macht dem grössten Schweizer Milchverarbeiter aber zu schaffen. So rechnet Emmi mit einem Umsatzrückgang in der Schweiz (-2 bis -3%), dies wegen zunehmenden Einkaufstourismus und rückläufigen Umsätzen in der Gastronomie.

Auch für Europa rechnet mit sinkenden Umsätzen von -4 bis -6 Prozent. Ausserhalb des Euroraums dürften die USA ein stabiles Konsumverhalten zeigen, schreibt Emmi. In Tunesien wird von einem deutlichen Wachstum ausgegangen. Der Aufwärtstrend in Spanien dürfte bei den lokal hergestellten Produkten anhalten. Für Produkte aus dem Heimmarkt werden tiefere Umsätze erwartet.

Emmi setzt alles daran, dass Schweizer Milchprodukte im internationalen Wettbewerb weiterhin genügend Absatzmöglichkeiten finden. Trotzdem wird die Entwicklung im Jahr 2015 durch die Währungseinflüsse gehemmt werden. Emmi rechnet für das laufende Jahr mit einem deutlich negativen Umrechnungseffekt sowie einem zusätzlichen organischen Umsatzrückgang. Auch bei den Erträgen rechnet Emmi mit einer Einbusse

Für 2015 rechnet Emmi mit leicht sinkenden internationalen Rohstoff-, Energie- und Verpackungspreisen. "Emmi setzt alles daran, dass Schweizer Milchprodukte im internationalen Wettbewerb weiterhin genügend Absatzmöglichkeiten finden", betont das Unternehmen. Emmi rechnet aber für das laufende Jahr mit einem deutlich negativen Umrechnungseffekt sowie einem zusätzlichen organischen Umsatzrückgang. Auch bei den Erträgen rechnet Emmi mit einer Einbusse.

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