4.02.2016 07:58
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Emmi
Emmi verliert deutlich an Umsatz
Der grösste Schweizer Milchverarbeiter hat im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 5,6 Prozent hinnehmen müssen. Emmi setzte noch 3,21 Mrd. Franken um. Wachsen konnte das Unternehmen in der Division Americas, stark unter Druck war das Geschäft in der Schweiz. Sonst zeigt sich das Unternehmen aber zuversichtlich.

Im Jahr 2015 erzielte Emmi einen Umsatz von 3,21 Mrd. Fr., das ist ein Rückgang von -5.6%. Organisch, das heisst bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, reduzierte sich der Konzernumsatz um 3.0%. Damit habe man den Euro-Schock besonders in den internationalen Märkten «recht gut verdaut», so Emmi. An der Gewinnprognose hält der Konzern fest. Entsprechend erwartet Emmi weiterhin einen EBIT von 170 bis 180 Mio. Franken. Die genauen Gewinnzahlen gibt Emmi am 24. März bekannt.

Markenprodukte als Stütze

Der Anteil der Schweiz am Konzernumsatz erhöhte sich leicht um 1 Prozent und beträgt neu 56 Prozent. Ziel ist es von Emmi, den Auslandsanteil auf 50 Prozent zu erhöhen

Unter Druck war das Käsegeschäft, insbesondere der Handel mit AOP-Käse. Deutlich besser lief der Verkauf von Käse der Marke Kaltbach. Als Stütze wirkten die Marken wie Caffe Lattè, Jogurtpur, Onken, Bontà Divina und Rachelli. Dass dies trotz der nötigen Preiserhöhungen für Exportprodukte gelang, zeige, wie robust die Marken seien, schreibt Emmi.

Auch die Divisionen entwickelten sich unterschiedlich. Stark unter Druck war Emmi im Heimmarkt Schweiz. Der Umsatz reduzierte sich um 5 Prozent auf 1,79 Mrd. Fr. Dabei beliefen sich der Mengeneffekt auf -3.3 % und der Preiseffekt -1.7 %. Emmi rechnete mit einem Rückgang von 3 bis 4 Prozent. 

CH: Käse unter Druck

Als Grund werden Importdruck, vor allem beim Käse, und der Einkaufstourismus angefügt. Bei den Molkereiprodukten (Milch, Rahm, Butter) nahmen die Umsätze im Gleichschritt mit dem Markt ab. Im Bereich Käse verzeichneten die AOP-Käse deutliche Einbussen, während die Spezialitäten aus Kaltbach und Der Scharfe Maxx leicht höhere Umsätze erzielten. Beim Frischkäse hinterliess der starke Importdruck Spuren – sowohl bei den Preisen, als auch bei den Mengen.  

Ein beachtliches Wachstum von 2 Prozent auf insgesamt 554 Mio. Fr. wurde hingegen bei den Frischprodukten wie Caffè Latte oder Jogurtpur realisiert.

USA, Spanien und Tunesien laufen gut

In der Division Americas (USA, Südamerika, Tunesien, Spanien und Frankreich) konnte Emmi, bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, um 2,8 Prozent wachsen. Ohne diese Bereinigung sank der Umsatz 2015 um 5 Prozent auf 798 Mio. Fr. (-42 Mio. Fr.). Dies ist vor allem auf das Käsegeschäft zurückzuführen. Dieser liegt aber unter den ursprünglichen Erwartungen von 3 bis 5 Prozent. Das tiefere Wachstum sei eine Folge der anhaltend tiefen Milchpreise, so Emmi. 

Das organische Umsatzwachstum ist vor allem eine Folge der guten Entwicklung in Tunesien und in den USA. In Nordafrika wächst Emmi mit Jogurt, Milch und Dessert, in den USA mit Käse aus der Schweiz und den USA. In Spanien entwickelt sich Caffè Latte sehr gut, das Wachstum ist zweistellig. Schwer tut sich Emmi in Frankreich und Chile. Der Anteil der Division Americas am Konzernumsatz betrug 25 Prozent (Vorjahr 25 %).

Europa: Robuste Umsätze trotz Preiserhöhungen

In Europa hielt sich Emmi wacker. Der Umsatz ging aber von 509 Mio. Fr. auf 487,3 Mio. Fr. (-4,2%). zurück. Organisch, das heisst bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, reduzierte sich der Umsatz um lediglich -0.8%. "Das ist angesichts der Euro-Schwäche, tiefer Milchpreise und der konsequent durchgesetzten Preiserhöhungen beachtlich und übertrifft die Erwartungen von Emmi", heisst es in der Mitteilung.

In der Division Europa stützten die Frischprodukte (Caffe Lattè und Onken) und Dessert das Geschäft. Auch die Käsemarken Kaltbach und Scharfe Maxx legten zu, besonders in Deutschland und Österreich. Gelitten hat aber der Handel mit AOP-Käse. Dies sei auf den starken Franken zurückzuführen, so Emmi. Der Anteil der Division Europa am Konzernumsatz betrug 15% (Vorjahr 15%).

Global Trade: Flaue Schwellenmärkte

Die Division Global Trade beinhaltet primär Direktverkäufe aus der Schweiz an Kunden in Ländern, in denen Emmi keine eigenen Gesellschaften hat. Dazu gehören die asiatischen und osteuropäischen Märkte, die meisten südamerikanischen Länder und die Arabische Halbinsel.

Der Umsatz sank um 19 Prozent auf 135.2 Mio. Fr. gegenüber 2014. Die negative Entwicklung ist vor allem auf tiefere Butter- und Milchpulverexporte zurückzuführen. Weitere Gründe waren der Rückgang von Lohnproduktionen und die wirtschaftliche Abkühlung in Ländern wie Japan, Brasilien und Russland. Dagegen konnte die starke Position von Swiss Premium Jogurts in Asien ausgebaut werden. Der Anteil von Global Trade am Konzernumsatz betrug 4% (Vorjahr: 5%).

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