2.02.2017 07:51
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Emmi
Emmi verliert in der Schweiz
Der grösste Schweizer Milchverarbeiter konnte 2016 seinen Konzernumsatz um 1.4 Prozent auf 3.26 Mrd. Franken steigern. Schwer tat sich Emmi auf dem Heimmarkt, der Umsatz ist um 2.9 Prozent gesunken. Gewachsen ist das Unternehmen vor allem in der Division Americas.

Im vergangenen Jahr erzielte Emmi einen Konzernumsatz von 3’26 Mrd. Franken, 1.4% mehr als im Vorjahr. Währungs- und Akquisitionseffekte ging der Umsatz jedoch um 1% zurück. Die Entwicklung in den Divisionen Schweiz und Americas war im Rahmen der Erwartungen, während diejenige der Division Europa die Ziele nicht erreichte, teilt Emmi am Donnerstag mit.

Aufbau von Nischenmärkten


Das Wachstum von Emmi war massgeblich von Akquisitionen geprägt. Organisch wuchs Emmi nur gerade in der Division Americas. Zukäufe beeinflussten den Umsatz mit 2,3 Prozent und Währungseffekte mit 0,1 Prozent positiv. Bezüglich Gewinnausblick 2016 bleibt Emmi bei den bisherigen Prognosen. Der Betriebsgewinn (EBIT) sollte demnach bei 185 bis 195 Millionen Franken und die Reingewinnmarge bei gut 3,5 Prozent zu liegen kommen.

«Import- und Preisdruck in der Schweiz waren Herausforderungen, die das Jahr 2016 charakterisierten. Mit dem organischen Zuwachs in der Division Americas konnten wir die Umsatzeinbusse in der Schweiz nur zum Teil wettmachen. Die Aufbauarbeit in Nischenmärkten wie Bio- und Ziegenmilchprodukte, die Stützung der Markenplattformen sowie diverse Akquisitionen aus jüngerer Zeit dürften unsere Umsätze künftig günstig beeinflussen», lässt sich Urs Riedener, CEO von Emmi, im Communiqué zitieren.

Akquisitionseffekte:

• Kauf Käsegeschäft von J.L. Freeman (Kanada, 15. April 2015)
• Akquisition Redwood Hill (USA, 31. Dezember 2015)
• 60%-Beteiligung Bettinehoeve (Niederlande, 2. Februar 2016)
• Beteiligungserhöhung SDA Chile (Chile, 19. Mai 2016)
• Akquisition Cowgirl Creamery (USA, 31. Mai 2016)

Schwieriger Heimmarkt

Federn lassen musste Emmi in der Schweiz. Der Umsatz schrumpfte um 2,9 Prozent (-52 Millionen) auf 1.74 Mrd. Franken. Der Preiseffekt belief sich auf -1,3% (-0.9% Milchpreis und -0.4% restliche Preisdifferenz). Emmi verlor aber auch an Menge. Die verschärfte Situation im Detailhandel (Einkaufstourismus) bekam auch Emmi zu spüren.

Zudem wirkte sich der Import- und Preisdruck insbesondere beim Segment Käse und Frischkäse aus. Hier verlor Emmi 27 Umsatzmillionen. AOP-Käse büsste ein, Kaltbach blieb stabil, zulegen konnten der Luzerner Rahmkäse und der Ziegenkäse. Bei den Frischprodukten verzeichneten Emmi Caffè Latte und das proteinreiche Jogurt YoQua steigende Umsätze, während die Eigenmarken rückläufig waren.

Der Anteil der Division Schweiz am Konzernumsatz betrug im vergangenen Jahr noch 53 % (2015: 56 %).

Sorgenkind Europa

Deutliche Umsatzverluste hinnehmen musste Emmi in der Division Europa. Der Konzern hatte hier mit einem organischen Wachstum von 1 bis 3 Prozent gerechnet - resultiert hat indes ein Rückgang von 0,2 Prozent. Dafür verantwortlich waren Rückgange beim AOP-Käse sowie das schwächelnde britische Pfund. Letzteres drückte insbesondere auf die Umsätze mit Desserts, die Emmi auf der Insel verkauft. Zulegen konnte Emmi mit Kaltbach und dem Scharfen Maxx.

Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte steigerte Emmi den Umsatz um 6.5 Prozent auf 519 Mio. Fr. Der Anteil der Division Europa am Konzernumsatz betrug 16 % (2015: 15 %).

Gute Geschäfte in den USA

Die Zukäufe trieben den Umsatz in der Division Americas um 8,5 Prozent auf 866 Millionen Franken hoch. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte betrug die Zunahme 2.8 Prozent.

Zulegen konnte Emmi in den USA und in Tunesien. Gemäss dem Milchverarbeiter haben in den Vereinigten Staaten die Käse-Exporte aus der Schweiz und die lokal hergestellten Kuh- und Ziegenmilchprodukte Aufwind. In Tunesien lief das Geschäft mit Jogurts vorzüglich. Umsatzhemmend wirkten sich die international tiefen Milchpreise sowie die schwierige wirtschaftliche Situation in Spanien, Frankreich und Chile aus.

Die Division Americas umfasst die USA, Kanada und Chile auch Spanien, Frankreich und Tunesien. Der Anteil der Division Americas am Konzernumsatz betrug 27 % (2015: 25 %).

Internationalisierung geht weiter

Auf Konzernebene betrug der Umsatz 3,26 Milliarden Franken. Zukäufe beeinflussten den Umsatz mit 2,3 Prozent und Währungseffekte mit 0,1 Prozent positiv. Organisch schrumpfte der Konzern folglich um 1 Prozent.

Die Internationalisierung des Geschäfts ging auch 2016 weiter. Der Umsatzanteil, den Emmi in der Schweiz erzielte, sank von 56 Prozent im Vorjahr auf noch 53 Prozent. Neben dem rückläufigen Heimmarkt waren dafür auch eine Reihe von Übernahmen und Beteiligungserhöhungen in den USA, Kanada, Chile und den Niederlanden verantwortlich. Emmi führt die vier Divisionen Schweiz, Europa, Americas und Global Trade. sda

Abkühlung in Schwellenländern

Die Division Global Trade umfasst Länder, in welchen Emmi keine eigenen Gesellschaften hat. Der Umsatz sank hier, bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, um 1.7 Prozent auf 135.2 Mio. Fr. «Die negative Entwicklung ist unter anderem auf die wirtschaftliche Abkühlung und schwachen Währungen in Schwellenmärkten wie Russland und Brasilien, sowie auf tiefere Umsätze in China zurückzuführen», schreibt Emmi. Der Anteil am Konzernumsatz beträgt 4 Prozent (2015: 4%). 

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