10.01.2013 18:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Lebensmittel
Emmis Kassenschlager knackt Rekordmarke
Der grösste Milchverarbeiter der Schweiz hat erstmals in einem Jahr mehr als 100 Millionen Becher seines Bestsellers Caffè Latte verkauft. Doch das Potenzial ist gemäss Emmi noch längst nicht ausgereizt. Im April folgen grössere Becher.

Produziert wird in Ostermundigen Nahe Bern und ausschliesslich mit Schweizer Milch. Das waren im vergangenen Jahr über 18 Millionen Liter. Mit Caffè Latte hat der Innerschweizer Milchkonzern einen Volltreffer gelandet.

Die im Jahre 2004 lancierte Mischung aus kalter Milch und Kaffee bescherte Emmi einen Kassenschlager mit einem jährlichen, durchschnittlichen Absatzwachstum von 10 Prozent. Einer der Promoter und Förderer des gekühlten Kaffeegetränks war Marketingchef Erich Kienle, der jedoch das Unternehmen 2009 verliess, und im Jahre 2010 ebenfalls einen Mischgetränk aus Milch und Kaffee unter dem Namen „Shakeria“ lancierte.

Ab 2010 10-Millionen-Schritte

Das Wachstum des Schlüsselprodukts Caffè Latte ist beeindruckend. Im ersten Jahr (2004) wurden rund 25 Millionen Becher verkauft, ein Jahr darauf stieg dieser Wert auf rund 48 Millionen. 2006 fiel das Wachstum nicht mehr so gross aus, der Verkauf lag bei rund 52 Millionen Bechern. 2007 wurde die 60-Millionen-Marke geknackt, 2008 stieg der Wert auf 68 Millionen, 2009 wurde über 70 Millionen Becher verkauft.

2010 „startete“ Caffè Latte wieder durch, über 80 Millionen Becher fanden einen Abnehmer. Die Zehn-Millionen-Schritte setzten sich nun fort, 2011 lag der Wert bei 90 Millionen, und im vergangenen Jahr wurde erstmals die magische Grenze von 100 Millionen Becher übertroffen.

Auch in Zypern und Griechenland erhältlich

2012 wurden 60 Prozent des gekühlten Kaffeegetränks exportiert, 40 Prozent im Heimmarkt abgesetzt. Wie Emmi in einem Communiqué mitteilte, seien die verschiedenen Geschmacksrichtungen vor allem in Deutschland, Österreich, Grossbritannien und Spanien sehr beliebt. „In Spanien, dem viertwichtigsten Markt, konnten wir trotz der verschärften wirtschaftlichen Lage die verkaufte Menge um über 50 Prozent steigern“, erklärt Pressesprecherin Sybille Umiker gegenüber schweizerbauer.ch. Hier dürften auch die Verkaufskanäle von Kaiku, an welchem Emmi seit dem Sommer 2012 eine 60-Beteiligung hält, massgeblichen Einfluss gehabt haben.

Verkauft wird das Mischgetränk auch in den Griechenland und Zypern. 2011 sei bei den Hellenen sogar noch ein Wachstum erzielt worden, 2012 sei der Verkauf leicht rückläufig gewesen, fährt Umiker fort. Caffè Latte wird fast ausschliesslich in Europa verkauft, da die Logistik aufgrund der Kühlung (limitierender Faktor) sehr anspruchsvoll ist.

In den USA wurde gemäss Umiker vor einigen Jahren Caffè Latte vor Ort produziert, da der Import aufgrund hoher Hygienevorschriften (Red. protektionistische Massnahme) nicht möglich ist. Dieses „Experiment“ wurde rasch wieder abgebrochen.

Macchiato vor Cappuccino

Zu kaufen gibt es Caffè Latte in sieben Geschmacksrichtungen. Die beliebteste Sorte über sämtliche Länder betrachtet ist Macchiato vor Cappuccino. Doch gibt es länderspezifische Unterschiede. „In der Schweiz ist Macchiato der absolute Favorit mit über 40%-Marktanteil. Danach folgen Cappuccino, Espresso und Tahiti Vanille. Die restlichen drei Sorten sind in etwa gleich auf“, sagt Umiker gegenüber schweizerbauer.ch. Auch die Deutschen trinken auch am liebsten Macchiato, gefolgt von Cappuccino, Tahiti Vanille und Light.

Anders präsentiert sich die Lage in beiden anderen Hauptmärkten. Die Engländer und Spanier bevorzugen die Sorte Cappuccino. Der Kaffee für die Mischgetränke wird in Brasilien, Guatemala, Nicaragua und Indien beschafft.

Eher schwer tut sich Emmi mit der Sorte Zero. Hier sei es noch nicht gelungen, den Kunden die Vorteile „starker Kaffee, ohne Zucker oder Süssungsmittel und mit laktosefreier Milch“ aufzuzeigen. Die Sorte Zero wird gemäss Umiker nun überarbeitet. Abgesetzt wurde Marocchino. „Diese Sorte war dem Cappuccino zu ähnlich“, erklärt Umiker.

Erfolgsgeschichte soll weiter gehen

Emmi-CEO Urs Riedener sieht aber noch weiteres Potenzial für das wichtigste Innovationsprodukt der vergangenen zehn Jahre: „Caffè Latte trifft den Zeitgeist. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir den Zenit in der Schweiz und in den ausländischen Schlüsselmärkten bei weitem noch nicht erreicht haben.“

Gemäss Pressesprecherin Sybille Umiker folgt im März die nächste „Limited Edition“. Und im April folgt eine Grosspackung (370 ml). „Diese gibt er zuerst nur in der Schweiz zu kaufen“, betont Umiker.

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